Siegerteams formen à la deutsche Nationalelf: Ein Workshop in Talent Management

Wir erinnern uns alle gerne zurück an die außergewöhnliche Zeit, in der uns „Die Mannschaft“ von damals die vielen emotionalen Momente in unserem eigenen Land beschert hat. Genau 10 Jahre ist es nun schon her – das Sommermärchen 2006 – eine Spanne, in der sich so einiges getan hat. Die Nationalelf hat sich seitdem geformt, systematisch Schritt für Schritt unter der Regie von Joachim Löw. Viel Widerstand, Geduld und Schweiß und einige Niederlagen hat es gebraucht bis 2014 das Unfassbare wahr wurde – Fußballweltmeister auf südamerikanischem Boden.

Die Entwicklung zeigt uns, dass ein Triumph dieser Größenordnung sich nicht schlagartig von heute auf morgen einfach so ergibt. Sie bedarf einer langen Vorbereitungszeit, in der trotz einiger Rückschläge planvoll auf das Ziel hingearbeitet werden muss. Ein Siegerteam zu formen ist keine leichte Aufgabe und nichts, was innerhalb einiger Tage zu bewerkstelligen ist. Unter sehr ähnlichen Umständen verhält es sich auch für Unternehmen, die am Ende ebenfalls als Gewinnerteam das Spielfeld verlassen möchten. Aber was können Personalabteilungen hierbei in Hinblick auf Löws erfolgreiches Talent Management von der deutschen Nationalmannschaft lernen?

Damit Sie schneller als unser Bundestrainer zum Erfolg kommen können, haben wir für Sie aus vielen verschiedenen Trainingseinheiten die für Sie relevantesten Punkte zusammengefasst.

1) Hohes Ansehen alleine reicht nicht aus

Auch wenn Deutschland nicht als das Mutterland des Fußballs gilt, genießt der Sport in unserem Land einen hohen Grad an Popularität. Es ist die beliebteste Sportart und steht qualitativ neben anderen Fußballnationen wie Brasilien und Spanien ganz weit oben auf der Weltrangliste. Dass ein solch hohes Ansehen nicht alles ist, hat uns jedoch die Vergangenheit gezeigt. Als Top-Favorit des Sommermärchens 2006 scheiterte Deutschland kurz vorm Ziel gegen Italien. Im Kontrast dazu gehen wir wieder ein Stück vor ins Jahr 2014 – die Zweifel bezüglich unserer DFB-Elf hätten nicht größer sein können; es gab Umstellungen, Ausfälle und es herrschte große Skepsis in Deutschland. Was uns dieser Vergleich zeigt? Natürlich kann ein positives Image, ein bekannter Name und hohes Prestige den Erfolgsverlauf effektiv unterstützen, schlussendlich ist es jedoch die Performance auf dem Feld, die zählt.

Dasselbe gilt auch für Unternehmen, sowohl für sie als Ganzes, als auch für den einzelnen Mitarbeiter. Natürlich freuen wir uns, wenn sogenannte „Traum-Lebensläufe“ den Weg zu uns finden und auf den perfekten Wunsch-Kandidaten hoffen lassen. Ein Studium mit Bestnote in Oxford, Auslandsaufenthalte in Paris & New York und eine Vielzahl an Praktika bei namhaften Unternehmen – klingt gut, oder? Aber liefert der potenzielle Arbeitnehmer auch genau das ab, wenn es wirklich darauf ankommt?

Um dem Phänomen „Mehr Schein als Sein“ nicht in die Falle zu tappen, hilft es im Recruiting-Verfahren einige Vorbereitungen im Vorfeld zu treffen. So ist es unabdingbar im Zusammenhang einer bestehenden Unternehmenskultur die zu besetzende Position klar zu definieren und sich somit darüber bewusst zu werden, nach wem exakt gesucht wird. Dementsprechend kann ein Interview im weiteren Verlauf besser organisiert werden, indem relevante Fragen und jobspezifische Tests den Kandidaten herausfordern und dazu bringen, spontan zu performen. Dabei geht es nicht nur darum, seine fachlichen Fähigkeiten unter die Lupe zu nehmen, sondern auch hinter die Fassade des Bewerbers zu schauen und zu erahnen, wie er menschlich tickt.

2) Unterschätze niemals die Macht der Soft Skills

Wie auch ein erfolgreicher Fußballspieler brauchen potenzielle Mitarbeiter Substanz, sowohl in ihrer praktischen Vorgehensweise als auch auf menschlicher Ebene. Um sich in das Gesamtgefüge einer Unternehmenskultur einzugliedern, ist deshalb nicht nur das fachliche Know-How von Bedeutung. Ein Unternehmen benötigt Persönlichkeiten, die sich trotz Gegenwind und drei Tagen „Eistonne“ durchsetzen können, kritikfähig und charakterstark sind. Neben der Professionalität und einem hohen Leistungsniveau, spielt demnach die soziale Kompetenz eine enorm wichtige Rolle. Spätestens wenn es darum geht, im Team zusammenzuarbeiten und ein Projekt gemeinsam auf die Beine zu stellen, zeigt sich wer im Besitz dieser Soft Skills ist.

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3) Gemeinsam sind wir stark

Es nützt keinem die besten individuellen Spieler der Welt zu haben, wenn sie nicht in der Lage sind sich zu einem Team zu formen. Wie auch beim Fußball ist die unternehmerische Tätigkeit ein Mannschaftssport, in der Einzelkämpfer zwar zeitweise erfolgreich sein können, langfristig gesehen jedoch keine Chance haben. Damit sich jeder in seine Rolle finden kann, ist es wichtig dem Gesamten Struktur und System zu geben. Die Mitarbeiter brauchen eine Grundlage, die ihnen ermöglicht, sich in Teams zusammenzuschließen, um das Maximum der Kapazitäten rauszuholen. Stärken stärken ist hier das richtige Stichwort. Besteht ein gut funktionierendes und miteinander harmonisierendes Stammteam, kann hier auf lange Sicht Gewinn geschöpft und differenzierter für zukünftige Mitarbeiter rekrutiert werden. Denn auch wenn ein Team in seiner Konstellation tadellos an einem Strang zieht, müssen immer plötzliche Ausfälle und andere unerwartete Entwicklungen in Betracht gezogen werden. Somit gewinnt die Ersatzbank immer mehr an Bedeutung und kann vor einem plötzlichen Zusammenbruch der Mannschaft schützen.

4) Das Back-up – die Helden in Not

Was hätte die deutsche Nationalmannschaft nur ohne einem starken Back-Up im WM-Finale 2014 gegen Argentinien gemacht? Wahrscheinlich keine Weltmeisterschaft gewonnen. Den Siegtreffer verdanken wir nämlich einem wunderschönen Zusammenspiel zwischen dem Traumduo von Schürrle und Götze – beide kamen erst im weiteren Spielverlauf zum Einsatz. Ersterer musste sogar das Äquivalent zum bereits kurz vor Anpfiff ausfallenden Sami Khedira ersetzen. Neben der physischen Unterstützung darf auch die psychische Komponente nicht unterschätzt werden. Jedes Team braucht einen Motivator, jemanden der einem den Rücken stärkt und positive Energien verbreitet – kurz gesagt einen Lukas Podolski, das Herz im Team. Verlassen auch Sie sich nicht nur auf die High Quality Performer in der ersten Reihe, ein starkes Team ist auch auf der Ersatzbank gut aufgestellt. Für einen reibungslosen Arbeitsablauf muss sowohl auf die Mitarbeiter vorne im Sturm, als auch auf die im Hintergrund gezählt werden können. Im optimalen Fall holt jeder Angestellte im Bereich seiner Möglichkeiten das Beste heraus.

5) Jeder macht das, was er am besten kann

Für ein bestmögliches Ergebnis ist es sinnvoll, wenn sich jeder Kopf um das kümmert, was er am besten kann. Die Hummels dieser Welt sorgen für eine solide Defensive, Team Kroos ist die kommunikative Schnittstelle und hält alles zusammen, während Herr Müller (zwar ein bisschen tollpatschig, aber dennoch erfolgreich) in die Offensive startet. Auch für den Unternehmenserfolg sind sowohl fachliche, als auch typorientierte Zuordnungen unterstützend. Der Arbeitnehmer, der gut reden kann, soll weiterhin präsentieren und einen Pitch nach dem anderen abliefern, während der analytisch veranlagte Mitarbeiter sich nach wie vor den koordinativen Tätigkeiten widmet. Hat man das Glück einen Allrounder wie Manuel Neuer (der gerne mal alles macht und die Arbeit anderer übernimmt) mit an Bord zu haben, sollten man sich überlegen, wie und wo man diesen am effektivsten einsetzen kann. Das Schaffen von Vorbildern kann beispielsweise die Unternehmensidentität stärken und somit die strategische Zielorientierung fördern.

6) Unternehmenskultur muss vorgelebt werden

Eine einheitliche Unternehmenskultur entwickelt sich bei so vielen Individuen jedoch nicht einfach so, sie muss von oben repräsentiert werden. Erfahrene Kräfte, die schon lange mit dabei sind, sollten die Werte und Normen eines Unternehmens den jungen Talenten vorleben, um ihnen eine schnelle Eingliederung zu ermöglichen. Indem sie sich an den routinierten Vorgehensweisen und dem professionellen Umgang der erprobten Angestellten orientieren können, finden auch sie sich einfacher in der erwarteten Arbeitsweise ein. Im Umkehrschluss macht es jedoch auch nur Sinn, wenn alteingesessene Mitarbeiter ebenfalls dazu bereit sind, sich von den neuen Ideen und der positiven Energie der frischen Talente anstecken zu lassen. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung gewinnen die Digital Natives immer mehr an Bedeutung und treiben den technologischen Fortschritt signifikant an. Es lohnt sich also genauer hinzuschauen und Neuankömmlingen die Chance zu geben, das Feld von hinten aufzurollen. Die Synergien innerhalb eines Unternehmens zu nutzen, verschafft allen Beteiligten einen enormen Vorteil und erweist sich als klassische Win-Win-Situation. Auch ein Schweini und Poldi gehörten einst zu den jungen Wilden, die dank einer vorgelebten Spielweise und Kultur der vorherigen Generation zu Weltmeistern reifen durften. Heute sind sie diejenigen, die die neuen, frischen Talente aufnehmen, großziehen und in ihrer Karriere begleiten. Auch wenn Erfolge wie diese meist eine große Ausdauer im Vorfeld erfordern, zeigt sich jedoch…

7) Investitionen lohnen sich

Als Joachim Löw an der Seite von Jürgen Klinsmann seine Laufbahn bei der Nationalelf begann, steckte der deutsche Fußball in einem dunklen Tief. Dass sich einiges verändern musste, war mehr als deutlich. Seitdem wurde der spielerische Stil peu à peu in die Moderne geführt. In die Nachwuchsausbildung wurde mehr investiert und junge Spieler gefördert. Der Fußball hat sich erfolgreich transformiert.

Viele Unternehmen der heutigen Zeit stehen noch genau vor dieser Transformation. Erfolgreiches Talent Management ist keine leichte Aufgabe. Auch wenn HR in Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnt und Themen wie Employer Branding und Relationship Management in den Vordergrund rücken, ist ein Wandel noch lange nicht vollbracht. Solange eine revolutionäre Denkweise und die dazu notwendigen Instrumente nicht vorhanden sind, wird es für Unternehmen schwierig die Transformation zielführend zu bewerkstelligen. Personalverantwortliche brauchen schnellere, einfachere Lösungen, um zeitaufwendige Prozesse zu erleichtern und an den Baustellen anzusetzen, die effektiv den Unternehmenserfolg beeinflussen. Dies kann in Form von benutzerfreundlichen Systemen wie beispielsweise einer digitalen HR-Plattform gewährleistet werden. Faktoren, die man bei der Wahl eines geeigneten Personalmanagement-Systems beachten muss, haben wir in einem separaten Blogpost für Sie zusammengefasst. Um bei der digitalen Transformation mithalten zu können, lohnt es sich in jedem Fall ihr Team zu stärken und dementsprechend zu investieren. Die mühsamen, aufwendigen Strapazen und die viele Geduld wird sich auch bei Ihnen am Ende auszahlen.

Ja, ein Siegerteam zu formen ist kein Leichtes. Die WM wurde aber auch nicht beim ersten Mal gewonnen. Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass es dieses Mal nicht wieder eine so lange Zeitspanne bis zum nächsten Titel braucht. Die optimalen Voraussetzungen und Top-Talente bringen sie in jedem Fall mit.

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