Feel-Good-Management am Arbeitsplatz

In Zeiten des Fachkräftemangels und der hohen Mitarbeiterfluktuation brauchen Unternehmen neue Strategien, um im „War for Talents“ einen erkennbaren Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Damit die besten Talente jedoch nicht nur für das eigene Unternehmen gewonnen werden können, sondern diese dann auch auf langfristige Sicht bleiben, geraten vor allem Themen wie Employer Branding, Team Development und die Bildung einer Corporate Culture immer mehr in den Vordergrund und stellen somit HR vor neuen Herausforderungen. In diesem Zusammenhang hat sich in den letzten Jahren der Trend für mehr Zufriedenheit und Wohlfühlatmosphäre am Arbeitsplatz durchgesetzt – das Feel-Good-Management. Während Giganten wie Google und Facebook als klare Vorreiter dieser Methode gelten, sind längst noch nicht alle Branchen und Unternehmensbereiche von ihrer Wirkung überzeugt.

Nur ein Trend oder wertvolles Instrument in der modernen Arbeitswelt?

Ein paar erfrischende Smoothies, ein buntes Bällebad oder doch lieber der Kicker? Therapeut, Life- Coach oder doch eher ein Unterhaltungskünstler?

Dass zufriedene Mitarbeiter erfahrungsgemäß nicht nur dem Unternehmen länger treu bleiben, sondern aufgrund der erhöhten Motivation und Produktivität bessere Ergebnisse erzielen ist bekannt. Die Vorstellungen jedoch darüber, was genau Feel-Good-Management bedeutet, sind aufgrund fehlender Transparenz oftmals sehr wage. Um was geht es wirklich bei dieser Form von Mitarbeiter-Engagement? Wie sehen die jeweiligen Mechanismen aus und wie wird sowohl die physische, als auch psychische Gesundheit der Mitarbeiter davon beeinflusst?

Diese Frage und ob letztendlich das Feel-Good-Management ein „Must-Do“ für jedes Unternehmen ist, haben wir uns auch bei unserer monatlichen HeavenHR Speaker Series gefragt und in offener Runde mit Experten von Lesara, Dubsmash und Ariana diskutiert. Hier ein kleiner Ausschnitt der wichtigsten Gesprächspunkte:

Julie Ruppe, Head of People & Culture bei Lesara

Julie_Lesara_final.pngJulie ist der festen Meinung, dass es die Mitarbeiter sind, die das Herz eines jeden Unternehmens ausmachen. Als Head of People & Culture bei Lesara sieht sie es als ihre Aufgabe, eine Kultur im Unternehmen zu kreieren, mit der sich die Mitarbeiter vom ersten Tag an identifizieren können. Zum einen ist es Aufgabe des Unternehmens, das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Blick zu behalten und ihnen Möglichkeiten und Freiheiten zu bieten, dieses auch beizubehalten. Zum anderen haben die Mitarbeiter selbst ebenfalls enormen Einfluss auf die Bildung eines Wertesystems des Unternehmens. Dabei gibt es keinen Stillstand: mit jedem neuen Mitarbeiter entsteht etwas Neues im Team und sorgt dafür, dass eine Unternehmenskultur immer in Bewegung bleibt.

Je nach Größe eines Unternehmens sind unterschiedliche Ressourcen vorhanden, um Mitarbeitern Benefits verfügbar und gleichzeitig auch gut erreichbar zu machen. Zu Beginn sollte man sich darüber im Klaren werden, welche Maßnahmen man für realistisch und durchsetzbar hält. Aus eigener Erfahrung weiß Julie, dass bereits kleine Dinge einen hohen Einfluss auf das Wohlfühlgefühl der Mitarbeiter haben können. Angefangen beim Öffnen der Fenster und kleinen Goodies wie Ginger Tee über Lunchpausen und physischen Aktivitäten mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen bis hin zu alltäglichen Gesprächen und konstanten Feedback zwischen HR und den Mitarbeitern, so sorgen all diese Dinge für mehr Vertrauen und eine Stressminderung bei den einzelnen Individuen. Wichtig ist nur im Auge zu behalten, dass unterschiedliche Interesse und somit auch Optionen abgedeckt werden, unabhängig davon, ob es sich dabei um Essen, Getränke, Veranstaltungen oder Weiterbildungen handelt. Sobald ein Unternehmen wächst, besteht mit erhöhtem Budget die Möglichkeit mehr Ideen implementieren zu können. Wenn man fest von seiner Idee überzeugt ist und diese einen großen Wandel erzeugen kann, lohnt es sich beim Management durchzusetzen.

Moritz Gudermann, Head of HR bei Dubsmash

Moritz_Dubsmash.pngDas Wohlbefinden der Mitarbeiter am Arbeitsplatz beginnt für Moritz mit der Unternehmenskultur. So sieht er es auch als wichtige Aufgabe, dass ein Wertesystem im Unternehmen mit diesem wächst und nicht zwangsläufig auf der Strecke bleibt. Damit diese Konstanz gewährleistet werden kann, spielen für Moritz beim Recruiting die „Social Skills“ und Persönlichkeit eine genauso bedeutende Rolle wie die fachlichen Anforderungen. Letztendlich muss ein neuer Mitarbeiter nicht nur auf seinem Gebiet performen können, sondern auch Teil des Teams und der Unternehmenskultur sein. Konstantes Feedback und die Kommunikation von Problemen hilft dabei wichtige Prozesse zu verbessern und gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit ihre Ziele im Unternehmen auch zu erreichen. Beim Feel-Good-Management geht es darum zu wissen, wie es den Mitarbeitern geht, was sie für ein erhöhtes Wohlbefinden brauchen und demzufolge auch allen die gleichen Möglichkeiten und Chancen zu bieten, von denen sie profitieren können.

Neben dem ständigen Austausch und Aufbau von Vertrauen im alltäglichen Arbeitsumfeld, nutzt Moritz einen „Happiness Index“ um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu messen. Dabei spricht er mit ihnen auch darüber, wie Prozesse im Unternehmen verbessert werden können und die Gesundheit am Arbeitsplatz effektiver gefördert werden kann. In Startups hält er Rollenmodelle für junge Talente als sehr wichtig, um eine gesundere Form im Umgang mit Stress zu fördern. Es soll nicht zu viel Druck, gleichzeitig auch optimale Optionen geschaffen werden, um das Erreichen der Tagesziele für jeden möglich zu machen. Beispielsweise werden die Arbeitszeiten flexibel gestaltet, sodass jedes Team für sich selbst entscheiden kann, wie und wann er oder sie am produktivsten arbeiten kann.

Dr. Carol Wildhagen, CEO & Co-Founder bei Ariana

Carol_Ariana.pngAls Anbieterin einer B2B-Lösung namens Ariana, die die Gesundheitsprävention und -förderung am Arbeitsplatz für jeden Mitarbeiter möglich macht, eröffnet Carol eine andere Perspektive auf das Thema Feeld-Good-Management und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Es geht nicht nur darum, den Mitarbeitern mehr Benefits und Optionen anzubieten, sondern sich auch um ihre Gesundheit Gedanken zu machen. Den meisten Menschen ist bekannt, was es bedeutet, gesund zu leben: ausgewogene Ernährung, viel Sport, viel Schlaf und genug Wasser soll getrunken werden. Die Aufgabe hierbei ist es, den Mitarbeitern möglich zu machen, solch ein Leben auch einfacher führen zu können. Wird das Stresslevel der Arbeitskräfte möglichst niedrig gehalten, sind diese nicht nur mehr präsent und produktiver, sondern auch weniger krank und besser belastbar. Unternehmen sollten in die Gesundheitsprävention ihrer Mitarbeiter investieren, um den Mitarbeitern einen Rahmen zu geben, in dem sie so gut wie möglich performen können. Gerade im heutigen Kampf um die besten Talente ist es nicht nur aus qualitativer, sondern auch aus finanzieller Perspektive wichtig, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen.

Mittlerweile besteht eine gewisse Offenheit für Themen wie diese, jedoch ist es nicht immer einfach Entscheidungsträger in Unternehmen von der Relevanz der Gesundheitsprävention und -förderung am Arbeitsplatz zu überzeugen. In diesem Zusammenhang ist die Messbarkeit der Daten ein wichtiger Aspekt. So wird im Kontext der metrischen Daten anonymisiert sowohl auf quantitative Zahlen wie die Krankheitstage, als auch qualitative Faktoren wie die Produktivität Bezug genommen. Auch wenn die Messung im zweiten Fall sich als deutlich schwieriger erweist, ist es dennoch möglich einen Zusammenhang zwischen der Gesundheit und Zufriedenheit eines Mitarbeiters herzustellen. Alle Methoden und Messungen basieren auf wissenschaftlicher Basis und können auch in kleinen Unternehmen integriert werden.

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Auch diesmal möchten wir uns sowohl bei den Speakern, als auch bei allen Teilnehmern für die interessanten Einblicke und Gespräche bedanken! Folgen Sie uns für Updates zum nächsten Event der HeavenHR Speaker Series gerne auf Facebook und Twitter.

 

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