Training mit den Navy-Seals – 5 Schlüsselfaktoren zur Führung

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Ich schätzte mich glücklich, meine Karriere in der Marine der Vereinigten Staaten zu beginnen und im schönen San Diego NAS North Island stationiert gewesen zu sein. Ich wusste immer, dass ich sehr viel im Militär lernen würde, doch was ich nicht wusste war, wie die Freundschaft und das Training mit den Navy-Seals mich zu einem besseren Menschen und einer besseren Führungskraft machen würden. Das hätte ich in meine kühnsten Träumen nicht erwartet.

“Führung”, “Unternehmenskultur”, “Team” – das sind Wörter, die heutzutage leider nur als Schlagwörter funktionieren. Meiner Meinung nach, gibt es nur einen kleinen Anteil an Menschen und Unternehmen, die sich tatsächlich für positive Effekte in der Führung des Unternehmens, der Kultur und ein gutes Team einsetzten.

Als Beispiel hier ein Zitat aus dem Navy-Seals Glaubensbekenntnisses:

“I will never quit. I persevere and thrive on adversity. My Nation (Unternehmen) expects me to be physically hard and mentally stronger than my enemies (Konkurrenten). If knocked down, I will get back up, every time. I will draw on every remaining ounce of strength to protect my teammates and to accomplish our mission. I am never out of fight.”

Wie wäre es, wenn ein Unternehmen dieses Zitat im Büro aufhängen würde, damit es jeder Mitarbeiter, zu jeder Zeit am Tag sehen könnte? Welche Auswirkungen hätte dies am Arbeitsplatz, auf das Arbeitsklima der Firma und den Führungsstil?

Um dem Zitat ein bisschen mehr Kontext zu geben. SEALS sind im Kampf gestorben, aber keiner wurde je gefangen genommen oder hinter feindlichen Linien zurückgelassen.

Ich lernte einige Grundwerte bei den Navy Seals: “gib niemals auf”, “halte es einfach”, “akzeptiere niemals Halbherzigkeit”, “führe mit deinem Beispiel”, nur um ein paar zu nennen.

Hier sind die 5 Grundprinzipien, die ich bei den Navy Seals gelernt habe, wenn es darum geht ein hervorragender Anführer zu sein:

1. Es gibt keine schlechten Teams, nur schlechte Anführe

Gute Anführer inspirieren ihr Team und führen sie bis zu einem bestimmten Ziel. Leader kreieren ein Arbeitsklima aus Empowerment und Rechenschaftspflicht. Deshalb sinkt auch die ganze Motivation eines Teams, wenn der Anführer versagt. Das beeinflusst die gesamte Unternehmensperformance.

“The only meaningful measure of a leader is whether the team succeeds or fails. Effective leaders lead successful teams that accomplish their mission and win. Ineffective leaders do not.”- Jocko Wilink (Former Navy Seal Commander), EO

Eigenschaften die eine schlechte von einer guten Leitung unterscheidet:

  • Unfähigkeit Teamziele zu definieren und erreichen
  • Kein guter Mentor zu sein
  • Unaufmerksam gegenüber Teammitgliedern sein
  • Sich selbst nicht verbessern wollen
  • Sich nur auf das Negative konzentrieren und undankbar für das Positive sein

2. Übe professionelles Entgegenkommen / Demut / Aufmerksamkeit

Professionelles Entgegenkommen erlaubt eine Offenheit in der Kommunikation. Ein wahrer Anführer weiß, dass gute Ideen und große Weisheit nicht bewertet werden können. Ein bescheidener Kopf prahlt nicht mit seiner Leistung, sondern handelt mit Entschlossenheit und Integrität, sie oder er inspiriert durch Taten und nicht mit Selbstwerbung.

Für einen Navy Seal bedeutet das, zu erkennen, dass man nicht für jedes Problem eine Lösung hat- denn wenn du das nicht erkennen kannst, könnte jemand im Kampf sterben.

Wenn ein ranghoher Navy Offizier, nicht jedem Mitglied eine Stimme geben kann, oder Angst davor hat die Kontrolle zu verlieren, dann gefährdet er das ganze Team und ER oder SIE muss die Haftung dafür übernehmen.

Alle Antworten zu haben und alles zu wissen, macht dich nicht zu einem guten Führer. Anderen erlauben Input zu geben und zu verstehen, dass gute Ideen von jedem und zu jeder Zeit kommen können, hilft dir ein guter Leader zu werden. Das hilft dir auch, dass andere dir folgen wollen.

3. Reiß dich zusammen

“ The only easy way was yesterday.”

Die Navy Seals sind dazu da, dich auf unangenehme Situationen zu trainieren und dich zu lehren, dass du dich zusammenreißen und weiter machen musst. Du lernst sehr schnell, dass das Leben im Seal Training nicht gerade fair ist. Zum Beispiel, wenn Ausbilder einen Kadetten zufällig auswählen und ihn mit “Sugar Cookies” bestrafen- und das ist alles andere als süß.

Ich hatte das wundervolle Vergnügen, genau diese Bestrafung zu erleben, als ich eine Wette verloren hatte, an einem späten, kalten Abend am La Jolla Beach…

… es läuft ungefähr so ab.

Du musst komplett bekleidet ins Wasser rennen, dich dann nass von oben bis unten im Sand rumrollen- bis man komplett davon bedeckt ist. Und dann musst du in diesen Klamotten die ganze Nacht verbringen. Kalt. Nass. Sandig.

Das Leben wird nie perfekt sein, vor allem nicht in einer Führungsposition, aber du musst dich zusammenreißen, mit gutem Beispiel vorangehen, positiv bleiben und eine Lösung finden.

4. Keep it simple stupid (KISS)

Bei den Seals benutzen sie den Ausdruck – “keep it simple, stupid”. Kurz- KISS ist eine Methode, um davon abgehalten zu werden, Dinge zu verkomplizieren und stattdessen eine möglichst einfache Lösung zu finden. Einfachheit ist ein starkes Prinzip, welches uns erlaubt unsere Energie zu bündeln wie einen Laserstrahl und uns davon abhält in starrem Denken festzustecken und so keine Ergebnisse zu erzielen.

Viel zu oft habe ich angefangen mit StartUps zu arbeiten und die Gründer haben mir erzählt, wie kompliziert und high tech ihre Plattform oder SaaS ist, dass ich Monate dafür brauchen werde, um diese zu lernen. Normalerweise hatte ich es nach ein paar Tagen drauf und verkauft weitaus mehr als mit der komplizierten Erklärung die zuvor verwendet wurde. Sie fragten mich Jedesmal das Gleiche: “ WIe kannst du so viel verkaufen und wir nicht?”. Es ist einfach… Menschen möchten nichts Kompliziertes kaufen.

Zitat von Steve Jobs:

“Simplicity is the ultimate sophistication. When you start looking at a problem, it seems really simple-because you don´t understand its complexity. And your solutions are way too oversimplified, and they don´t work. Then you get into the problem and you see it´s really complicated. And you come up with all these convoluted solutions. That´s where most people stop, and the solutions tend to work for a while. But the really great person will keep going and find the key underlying principle of the problem and sort of come full circle with a beautiful, elegant solution that works. And that´s what we wanted to do with Mac.” (Wired Magazine, November 2011)

5. Empowerment

Das Navy Seal Training ist diszipliniert, fokussiert und ergebnisorientiert. Jedes Mitglied ist ein Anführer, denn obwohl es einen festen Bestand der Befehlskette gibt, ist jeder in der Lage, wenn es nötig ist, die Rolle des Anführers zu übernehmen.

Leitung ist keine Sache des Alters, Geschlechts, Titels oder Rangs. Es ist eine innere Haltung von Selbstbewusstsein, der Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und die Art der Kommunikation der Ziele. Und zwar so, dass sich andere dir anschließen und folgen werden. Im echten Leben hat jeder von uns das Zeug dazu, ein Anführer zu sein!

Um andere zu bestärken, musst du die generellen Befehlsstrukturen auflösen und das Kommando an dein Team abgeben.

So wird sich das Team viel mehr befähigt fühlen auch eigene Entscheidungen zu treffen. Dieses Team wird es leichter haben, das Ziel zu erkennen und zu erreichen, denn jeder ist berechtigt dazu einen Schritt nach vorne zu machen und nicht nur die, die verantwortlich sind.

Take a risk! Denk daran, wie viele wichtige Erfahrungen du gesammelt hast, nur weil du etwas gewagt oder einen Fehler gemacht hast. Fehler sind die besten Lehrer, versuch einfach nur nicht zu viele von ihnen zu machen!

Accept responsibility for your actions, and allow them to do the same. Richtig oder falsch, ein Anführer übernimmt Verantwortung und erlaubt denen, um ihn herum auch mal Fehler zu machen. Alles im Leben hat Konsequenzen, gute wie schlechte. Du musst in der Lage sein, mit Fehlern genauso leicht umzugehen, wie mit Erfolgen.

Face the Music. Navy Seals bringen einem bei, dass der Anführer die gesamte Verantwortung für alle Taten des Teams übernimmt. Der größte Druck lastet hier natürlich auf dem Anführer, der die Konsequenzen im  Namen aller trägt und auch die Verantwortung für Erfolg oder Niederlage übernimmt.

Das ist eine wirklich kurze Liste, über das was einen guten Anführer ausmacht und gleichzeitig auch Gründe, warum es so schwer ist, genau so einen zu finden. Wie auch immer, jeder kann ein guter Anführer sein. Man braucht nur die Leistungsfähigkeit und den Willen der Beste für sich zu sein und auch für die anderen.

 

“Cowards never start. The weak never finish. Winners never quit.”

 

Gastbeitrag von: Erick Sabelskjöld, Descendant Swedish Nobility / Mentor / HR Futurist / Sales Consultant

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