Anonymisierte Bewerbungsverfahren: Vor- & Nachteile

Rund um das Thema Recruiting und Bewerbungen tauchen immer wieder neue Trends auf. Eine dabei stetig wiederkehrende Thematik ist die Diskriminierung bestimmter Bewerber.

Anonymisierte Bewerbungsprozesse sind in den USA und Kanada schon weit verbreitet. Wieso nicht auch bei uns?

Bei der Bewerbung kann vieles ausschlaggebend sein für den Erfolg. Oder eben auch nicht. Schon im Vorhinein können auf Grund des Namens, des Alters, Geschlechts oder der Herkunft Vorurteile entstehen, die dazu führen, dass man gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Bei einer anonymisierten Bewerbung werden diese Daten daher außen vor gelassen, indem diese geschwärzt werden oder sich anhand eines einheitlichen Formulars beworben wird. Das beinhaltet selbstverständlich, dass der Bewerber kein Foto von sich beilegt.

Dabei ergeben sich sowohl Vor- als auch Nachteile für die Unternehmen, aber auch für die Bewerber selbst.

Vorteile:

  • Die Bewerber werden vorurteilsfrei und fair nur anhand ihrer Fähigkeiten ausgewählt. So bietet das anonymisierte Bewerbungsverfahren eine optimale Chancengleichheit aller Kandidaten und stellt zudem sicher, dass diese nicht falsch Aufgrund von rassistischen, sexistischen oder anderen Vorurteilen beurteilt werden. Das anonymisierte Bewerbungsverfahren zeigt, dass es dem Arbeitgeber bei seinen Mitarbeitern lediglich um die Fähigkeiten geht und trägt damit zum positiven Image der Firma bei, Stichwort „Employer Branding“.
  • Durch eine Standardisierung der Bewerbungsprozesse, können diese vereinfacht und im Idealfall schneller und effizienter bearbeitet werden.

Nachteile:

  • Ein Nachteil kann sein, dass die Beurteilung der Person lediglich auf einen späteren Zeitpunkt geschoben wird, d.h. beim persönlichen Gegenübertreten, während des Bewerbungsgesprächs, kann es weiterhin zu Vorurteilen kommen.
  • Zudem eignet sich diese Art der Bewerbung nicht für alle Leute gleichermaßen. So können junge Bewerber z.B. aufgrund ihrer geringen Erfahrung zu früh ausgeschlossen werden.
  • Außerdem geht die Individualität in den Bewerbungen verloren, so besteht keine Möglichkeit mehr durch beispielsweise ein Video oder ähnliches hervorzustechen. Aber auch besteht die Gefahr, dass nur anhand von Noten über einen Menschen geurteilt wird, welche ggf. nicht gerechtfertigt sind oder welche sich mit persönlichen Merkmalen wieder ausgleichen ließen.

Studien zeigen, dass sowohl Frauen, als auch Menschen mit Migrationshintergrund bei einer anonymen Bewerbung bessere Chancen haben auf ein persönliches Vorstellungsgespräch als bei normalen Bewerbungsprozessen. Personaler räumten dabei auch selbst ein, dass hier die Bewerbungen effizienter und sachlicher gehandhabt wurden als zuvor.

Zuletzt bleibt es jeder Firma selbst überlassen, wie sie den Bewerbungsprozess gestalten. Doch schadet keinem von uns ein wenig mehr Unvoreingenommenheit, wenn es darum geht Menschen zu beurteilen und ihnen eine Chance zu geben. Auch das folgenden Video zeigt, dass wir oft zu streng sind und das es sinnvoll ist noch ein zweites mal hinzusehen, wenn es darum geht Menschen zu beurteilen.

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