Tech Talente: So erreichen Sie auch weibliche Talente im Tech!

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen in Tech-Start-ups immer noch deutlich unterrepräsentiert sind, aber wie viele Frauen in Deutschland sind tatsächlich im Tech-Bereich tätig? Wie werden weibliche Tech Talente im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen bezahlt? Welche Vorteile bringt eine höhere Frauenquote in der Techabteilung und was können Personaler tun, um mehr Diversität im Unternehmen zu schaffen? 

Wir haben alle Antworten aus unserem Webinar zum Thema „Attracting Female Tech Talent“ für Sie zusammengefasst.

Erfahren Sie mehr Tipps dazu von unserer Expertin und Referentin Dr. Karolina Kettler, Senior HR Managerin bei Popcore, in diesem Blogartikel.

Weibliche Tech Talente in Deutschland

Deutschland ist auf vielen Ebenen ein sehr fortschrittliches Land, was einen irrtümlicherweise zu der Annahme führen könnte, dass es auch sehr vielfältig sind. Wenn es jedoch um weibliche Tech Talente und IT-Experten geht, schneidet Deutschland eher unterdurchschnittlich ab. Laut einer Studie von Honeypot sind nur etwa 16 % der in der Tech-Branche tätigen Personen weiblich. Im Vergleich zu den osteuropäischen Ländern wie Bulgarien (30 %) und Rumänien (26 %) scheinen wir noch einen weiten weg vor uns zu haben, was die Geschlechterverteilung in dem Sektor angeht. 

Aber werden Frauen in Deutschland, die im Tech-Feld arbeiten, auch gleichermaßen gut bezahlt wie Ihre männlichen Kollegen?

Die EU Länder mit der geringsten Lohnlücke sind laut der Studie Schweden und Lettland. Deutschland hingegen liegt weit dahinter. Während die anderen Länder nur eine Lohnlücke von rund 10 % aufweisen, sind es in Deutschland ganze 25 %. Nicht sehr fair, oder?

Des Weiteren, deckte eine andere Studie auf, dass der Ingenieursektor von allen Branchen in Deutschland den geringsten Anteil an weiblichen Führungskräften aufweist. Nur 9 % der Entscheidungsträger in dieser Branche sind Frauen. Verglichen mit dem Gesundheitssektor, der einen Anteil von 38 % weiblicher Führungskräfte aufweist, ist diese Zahl schockierend niedrig und könnte Frauen den Eindruck vermitteln nicht die gleichen Aufstiegsmöglichkeiten wie Männer zu haben, wenn es um die Karriere geht. 

Aber welche Auswirkungen hat eine einseitige Unternehmenskultur, sowie eine niedrige weibliche Repräsentation für ein Unternehmen? 

Diversität in der Tech-Branche

Zunächst ist es ganz wichtig, den Begriff „Diversity“ in Hinblick auf die Thematik richtig zu definieren. Dieses Wort gewinnt immer mehr Wichtigkeit in den Unternehmen und ist im Employer Branding gar nicht mehr wegzudenken.

Aber was bedeutet Diversity eigentlich in Bezug auf Personalbeschaffung? Und was bedeutet es im Hinblick auf die Unternehmenskultur? 

Ein Unternehmen oder ein Personaler, der sich bewusst darum bemüht, eine Belegschaft anzuziehen und zu beschäftigen, die sich aus Personen unterschiedlichen Geschlechts, Religion, Rasse, Alter, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, Bildung und anderen Merkmalen zusammensetzt, kann man als vielfältig oder diverse bezeichnen.

Doch der Begriff in Bezug auf die Unternehmenskultur geht weit über den Einstellungsprozess hinaus. Diversity; zu Deutsch Vielfältigkeit, bedeutet im Sinne der Unternehmenskultur zu verstehen und anzuerkennen, dass jedes Individuum einzigartig ist und dessen individuellen Unterschiede anzuerkennen, indem man gleiche Chancen für jeden Einzelnen schafft. Das bedeutet, die notwendigen Mittel und Unterstützung bereitzustellen, damit jede einzelne Person die Möglichkeit auf eine erfolgreiche Ausgangsposition hat.

Wenn Sie sich dazu entschließen sollten, vielfältigere Maßnahmen zu ergreifen, sei es in Bezug auf die Rekrutierung, die Bindung von Mitarbeitern oder das Employer Branding, gibt es eine wichtige Frage, die Sie sich vorher stellen müssen. Und das ist die Frage nach dem WARUM? Warum wollen Sie mehr Diversity Aktionen unterstützen und umsetzen? 

Darum brauchen Unternehmen mehr weibliche Tech Talente

Zum Abschluss haben wir einige Fakten zusammengefasst, die für mehr Diversität und Inklusion sprechen:

  • Höherer Gewinn:  Eine Studie unter den Fortune-500-Unternehmen hat gezeigt, dass sich mit mindestens drei weiblichen Vorstandsmitgliedern folgende Faktoren verbesserten: Die Rendite auf das investierte Kapital stieg um über 66 %, die Umsatzrendite sprang auf 42 % und die Eigenkapitalrendite stieg um 53 %
  • Bindungsrate: Laut einer Gallup-Studie haben Unternehmen mit einer vielfältigeren Belegschaft eine um 22 % niedrigere Fluktuationsrate im Vergleich zu Unternehmen mit einer homogeneren Belegschaft. Wenn man bedenkt, dass die Lebensspanne von Tech Talenten in Start-ups bei etwa 18 Monaten liegt, könnte dies wirklich helfen, Mitarbeiter langfristiger zu binden
  • Rekrutierung: Basierend auf mehreren Studien in der Recruiting-Branche, spielt für ca. 67 % der Arbeitssuchenden ein der Rekrutierungsprozess eine wichtige Rolle bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers
  • Engagement & Leistung: Untersuchungen zeigen, dass geschlechtsgemischte Gruppen im Vergleich zu homogenen Teams um bis zu 87% engagierter sind
  • Demografischer & sozialer Wandel: Basierend auf mehreren Studien legt die Generation Z, die bereits in die Arbeitswelt eintritt, großen Wert auf die Unternehmenskultur, wenn es um die Wahl eines Arbeitgebers geht. Dabei spielten Vielfalt und Gleichberechtigung spielen eine herausragende Rolle

Vielfalt und Integration – So überzeugen Sie das Management!

Das Thema Diversity ist für viele Managementteams nicht die Hauptpriorität im Unternehmen, weswegen diese auch oftmals die Thematik eher halbherzig unterstützen. Seien Sie proaktiv und begründen Sie, warum Sie sich ganz und gar für diese Diversity-Maßnahmen engagieren möchten. Verwenden Sie Fakten und Zahlen, um Ihren Standpunkt zu belegen.

Zeigen Sie Ihrem Chef und Ihren Stakeholdern, dass ein Mehrwert durch die Förderung von Vielfalt und Inklusion Maßnahmen geschaffen werden kann und erhöhen Sie Ihre Chance auf Durchsetzung. Nutzen Sie gerne die oben genannten Fakten und Zahlen und recherchieren Sie weitere Punkte, um Ihre Ansätze zu begründen. Diese werden Ihnen helfen Ihren Standpunkt sicher und professionell zu vermitteln.

Weibliche Tech Talente gewinnen (mit kleinem Budget)

Best Practices von Popcore

  • Inklusive Stellenbeschreibungen: Verwenden Sie inklusive und geschlechtsneutrale Sprache (besorgen Sie sich unterstützende Tools, wie Textio, Grammarly), vermeiden Sie die Angabe von Erfahrungsjahren, beschränken Sie Ihre Anforderungen auf das Wesentliche
  • Diversität als Recruiting-KPI: Setzen Sie die Einstellung von Mitarbeiter*innen nach Geschlechtern als Recruiting-KPI
  • Empfehlungsprogramm ankurbeln: Etablieren Sie ein Empfehlungsprogramm (Empfehlungsbonusprogramm) und ermutigen Sie Ihre Mitarbeiterinnen, andere weibliche Kandidaten zu empfehlen
  • Gezieltes Employer Branding: Stellen Sie Ihre vielfältigen Mitarbeiter*innen in Ihren sozialen Medien als Employer Branding-Kampagnen vor 
  • Vielfältiges Recruiting Team: Stellen Sie sicher, dass die Gruppe, die Einstellungsentscheidungen trifft, geschlechtsspezifisch divers ist.

Die Gestaltung einer vielfältigen und inklusiven Arbeitsumgebung im Start-up

Best Practices von Popcore

  • Weibliche Selbsthilfegruppe: Schaffen Sie eine weibliche Empowerment-Gruppe mit einer konkreten Roadmap, Initiativen und schaffen Sie einen sicheren Raum zum Erfahrungsaustausch 
  • Bildung: Bieten Sie Schulungen zu Diversity Themen an, sensibilisieren Sie für die Vorteile einer gleichberechtigten Vertretung der Geschlechter 
  • Karriereweg & Leistungsbeurteilungen: Entwerfen Sie klare und transparente Regeln für die Karriereentwicklung, Gehaltserhöhung und Leistungsbeurteilung 
  • Gemeinschaft aufbauen: Engagieren Sie sich in Frauenfördergruppen, die in Ihrer Gemeinde aktiv sind, nehmen Sie an den Veranstaltungen teil
  • Grundlagen schaffen: Engagieren Sie sich in Gruppen für die technische Ausbildung von Mädchen, wie z. B. Future Legends
  • Flexibilität und mentale Unterstützung: Laut der Studie von McKinsey und LeanIn gaben 41 % der Männer in Führungspositionen an, sich erschöpft zu fühlen, im Vergleich zu 54 % der Frauen in Führungspositionen; stellen Sie sicher, dass Sie flexible Arbeitszeiten und mentale Unterstützung bieten

Für weitere Informationen zu dem Thema schauen Sie sich die Aufzeichnung des Webinars hier an.

Verfasst von Luciana Müller (Marketing HeavenHR)

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