Resturlaub: Arbeitgeber und Ihre Hinweispflicht

Viele Mitarbeiter arbeiten mehr als Sie eigentlich sollten. Dadurch bleibt am Ende des Jahres oftmals Resturlaub übrig, auf den Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch haben. Aber was passiert mit dem Resturlaub und müssen Arbeitnehmer Ihre Mitarbeiter auf Ihren Resturlaub hinweisen?

Welche Rechte Arbeitnehmer haben und welchen Pflichten Arbeitgeber und Personaler nachkommen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel! 

Inhalt:

  1. Was bedeutet Resturlaub?
  2. Kann der Resturlaub eines Arbeitnehmers verfallen?
  3. Arbeitgeber müssen Ihre Mitarbeiter auf Resturlaubstage hinweisen
  4. Wann verfallen Resturlaubstage?
  5. Wann kann man Resturlaubstage ins nächste Jahr übertragen?
  6. Bis wann kann man Resturlaubstage übertragen?
  7. Was passiert mit den Resturlaubstagen bei einer Kündigung?
  8. Kann der Resturlaub auch ausbezahlt werden?
  9. Resturlaube managen mit HeavenHR

1. Was bedeutet Resturlaub?

Jeder Arbeitnehmer hat bei Beschäftigung einen gesetzlichen Anspruch auf Erholungsurlaub.

Der Resturlaub bezeichnet die übrigen Urlaubstage, die während des Entstehungsjahres, also bis zum 31. Dezember, trotz Urlaubsanspruch nicht gewährt werden konnten. 

Wenn ein Arbeitnehmer z. Bsp. Einen Urlaubsanspruch von 24 Urlaubstagen im Jahr hat und er nur 14 Tage freigenommen hat, dann hat dieser noch einen Resturlaub von 10 Resturlaubstagen übrig. 

2. Kann der Resturlaub eines Arbeitnehmers verfallen?

Ja, der Resturlaub eines Arbeitnehmers kann unter bestimmten Umständen verfallen. Dazu muss der Arbeitgeber, aber vorher seiner Hinweispflicht nachgekommen sein. 

3. Arbeitgeber müssen Ihre Mitarbeiter auf Resturlaubstage hinweisen

Arbeitgeber tragen eine sogenannte Hinweispflicht. Das heißt, dass Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet sind, Ihre Angestellten auf einen Verfall Ihres Resturlaubes hinzuweisen. Nur wenn der Arbeitgeber dieser Pflicht hinterherkommt und dies auch beweisen kann, darf er nach einer bestimmten Zeit den Resturlaub als verfallen geltend machen und entfernen. 

4. Wann verfallen Resturlaubstage? 

Arbeitgeber müssen Ihren Mitarbeitern ermöglichen Ihren gesetzlichen Urlaubsanspruch im Jahr der Beschäftigung umsetzen zu können. Das bedeutet, wenn Mitarbeiter X fürs Kalenderjahr 2021 Anspruch auf 24 Urlaubstage hat, dann muss dieser sich den Resturlaub auch bis zum 31. Dezember 2021 nehmen und der Arbeitnehmer muss diesen genehmigen. Ansonsten verfällt der Resturlaub mit Anbruch des nächsten Kalenderjahres. 

Generell ist eine Übertragung ins nächste Jahr ohne ausreichenden Grund nicht erlaubt. Nur in besonderen Ausnahmefällen können Arbeitgeber die Resturlaubstage auch aufs nächste Kalenderjahr, bis zum 31. März übertragen. 

5. Wann kann man Resturlaubstage ins nächste Kalenderjahr übertragen?

Grundsätzlich dürfen Arbeitnehmer die Urlaubstage von Mitarbeitern nicht ohne triftigen Grund ins nächste Jahr übertragen, es sei denn eines der folgenden Fälle tritt in ein. 

Laut § 7 Abs. 3 BUrlG ist eine Übertragung nur in folgenden Fällen gestattet: 

  • bei dringenden betrieblichen Gründen 
  • persönliche Arbeitnehmer Gründe

Zu betrieblichen Gründen gehört unter anderem, wenn eine Genehmigung des Urlaubs von seitens des Arbeitnehmers nicht möglich ist, da Personalmangel oder erhöhter Arbeitsbedarf (z. Bsp. im Einzelhandel während der Vorweihnachtszeit) besteht. 

Auch beispielsweise kinderlose Mitarbeiter, die bisher bei der Urlaubsvergabe aufgrund von § 7 Abs. 1 BUrlG keine Möglichkeit hatten, ihren Urlaub eher zu nehmen, können Urlaubstage aufs nächste Jahr übertragen lassen.   

5.1 Andere Sonderfälle

Auch in Fällen, wenn Arbeitnehmer während des Urlaubs erkranken, haben diese ein Anrecht darauf, Ihren Resturlaub ins nächste Kalenderjahr zu übertragen

Außerdem verfallen Resturlaubstage nicht, wenn ein Angestellter seine Beschäftigung während des Kalenderjahres aufnimmt und nicht zu Beginn des Jahres am 1. Januar. Da der Arbeitnehmer den Urlaubsanspruch erst nach der Wartezeit, bei einer Beschäftigung von sechs Monaten im Unternehmen, gewährleisten muss. In diesem Fall können Arbeitnehmer Ihre restlichen Urlaubstage im Laufe des gesamten neuen Jahres einfordern und der Resturlaub verfällt nicht

Auch während der Elternzeit verfallen Resturlaubstage nicht. Hier muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer auch nach der Elternzeit noch den gleichen Resturlaub wie davor gewähren. 

Zusätzlich haben Arbeitnehmer nach § 5 BUrlG in solch einem Fall das Anrecht auf Teilzeiturlaub. Das bedeutet Arbeitnehmer können für jeden vollen Monat, in dem das Arbeitsverhältnis besteht, einen zwölftel Ihres Jahresurlaubs verlangen. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, der einen Jahresurlaubsanspruch von 24 Tagen hat, kann nach Vollendung des ersten Arbeitsmonats 2 Urlaubstage einfordern, nach 2 Monaten 4 Tage, nach 3 Monaten 6 Tage und so weiter. 

Auch in Krankheitsfällen von Arbeitnehmern, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, können Resturlaubstage über den 31. März hinaus übertragen werden, sollte sich die Abwesenheit über die ersten drei Monate des neuen Jahres erstrecken. Der Anspruch auf Resturlaub bleibt bis der Arbeitnehmer wieder gesund ist und der Mitarbeiter muss diese zeitnah nach der Genesung nehmen. 

6. Bis wann kann man Resturlaubstage übertragen?

Eine Übertragung des Resturlaubs ist in Ausnahmefällen möglich. Arbeitnehmer müssen den gesamten und restlichen Urlaub bis spätestens zum 31. März des neuen Jahres nehmen. Sollte der Arbeitnehmer diese bis dahin nicht beansprucht haben, verfallen die übrigen Urlaubstage zum 1. April des neuen Kalenderjahres. 

Eine Ausnahme der Verlängerung gilt nur, wenn es sich als unmöglich für den Arbeitgeber erweist, den Anspruch auf Urlaub zu gewährleisten.

7. Was passiert mit den Resturlaubstagen bei einer Kündigung?

Auch bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kommen Resturlaubstage zusammen. Egal ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer den Arbeitsvertrag vorzeitig beendet.

Bei einer ordentlichen Kündigung ist es Arbeitgebern nur gestattet den Resturlaub zu verweigern, wenn ein neuer Mitarbeiter eingearbeitet werden muss und ein Urlaub somit nicht möglich ist. 

Auch bei einer fristlosen Kündigung, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund der Kurzfristigkeit den Urlaub nicht mehr nehmen kann, verfällt der Anspruch auf den Resturlaub. Jedoch hat hier der Arbeitnehmer den Anspruch darauf entgeltlich entschädigt zu werden. Der Arbeitgeber muss jedoch die Auszahlung des Resturlaubs ausdrücklich einfordern. Wenn dies geschieht, muss die Auszahlung sofort durch den Arbeitgeber erfolgen. 

Ansonsten muss der Arbeitgeber seiner Pflicht nachkommen und dem ausscheidenden Arbeitnehmer erlauben, den Resturlaub während der verbleibenden Arbeitszeit zu nehmen. 

8. Kann der Resturlaub auch ausbezahlt werden?

Grundsätzlich, ist eine Auszahlung der Resturlaubstage nicht gestattet, da das Urlaubsgesetz zur Erholung des Arbeitnehmers dient. Es gibt aber auch Ausnahme, wenn das Arbeitsverhältnis vorzeitig beendet wird. Kann der Arbeitnehmer die Urlaubstage aufgrund von Zeitmangel oder anderen betrieblichen Gründen nicht mehr nehmen, dann hat er ein Anrecht seine Urlaubstage ausbezahlt zu bekommen. 

9. Resturlaube managen mit HeavenHR

Mit HeavenHR können Sie die Urlaubstage Ihrer Mitarbeiter ganz einfach verwalten. Sie können den Urlaubsanspruch Ihrer Mitarbeiter ganz einfach in den Einstellungen eingeben und die Software ermittelt wie viel Resturlaub der Arbeitnehmer übrig hat. Des Weiteren können Ihre Angestellten dank HeavenHR in ihrem Mitarbeiterkonto übrige Urlaubstage einsehen. 

Außerdem können Ihre Angestellten Urlaubsanträge stellen, in dem Sie die Urlaubsart und den Zeitraum festhalten. Ein zusätzlicher Vorteil von HeavenHR ist, dass Mitarbeiter Abwesenheiten Ihrer Kollegen mit einsehen und somit Urlaubsüberlappungen vermeiden können.

Des Weiteren können Sie E-Mail Reminder für Ihre Mitarbeiter erstellen und sie somit rechtzeitig auf einen Verfall Ihrer Resturlaubstage hinweisen. Arbeitnehmer müssen sich nicht mehr mit der lästigen Urlaubsplanung rumschlagen und können sich auf die wirklich wichtigen und Inter-menschlichen HR-Aufgaben konzentrieren.

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Verfasst von Luciana Müller (HeavenHR Marketing)

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