3G am Arbeitsplatz: Darauf müssen sich Arbeitgeber gefasst machen

Steigende Ansteckungszahlen mit der Sars-CoV-2-Infektion und der Delta-Variante beunruhigen die Experten. Die Ampel-Parteien diskutieren daher über eine Einführung der 3G Regelung auch am Arbeitsplatz. Mehr Sicherheit soll dadurch für Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschaffen werden. Doch was dieser Gesetzesentwurf genau vorsieht und worauf Arbeitgeber sich gefasst machen müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.


Update vom 24. November 2021

Ab heute, dem 24. November 2021,  gilt die 3G Regelung nun auch am Arbeitsplatz. Dabei müssen Arbeitnehmer ab dann einen Genesenen-, Impf- oder Testnachweis bei Präsenzarbeit am Arbeitsplatz vorlegen. Das hat der Bundesrat letzten Freitag entschieden. 

Kontroll- und Dokumentationspflicht der Arbeitgeber

Für die Kontrolle zur Einhaltung dieser Regelung ist ab dann der Arbeitgeber verpflichtet. Dieser muss dafür sorgen, dass Mitarbeiter nur dann an der Präsenzarbeit teilnehmen dürfen, wenn sie genesen, geimpft oder getestet sind. Arbeitgeber sind daher ab Mittwoch befugt, die Mitarbeiter nach einer Genesenen-, Impf- oder Testnachweis (max. 24h alter Antigentest oder max. 48h alter PCR-Test) zu fragen und diesen zu überprüfen.

Des Weiteren werden Arbeitgeber dazu verpflichtet diese Kontrollen zu dokumentieren und jederzeit offenlegen zu können. Somit soll die Sicherheit der Mitarbeiter gewährt werden, das Infektions- und Ansteckungsrisiko vermindert werden und Infektionsketten besser determinieren zu können. 

Wenn Arbeitgeber einmal den Impf- oder Genesenen-Status von Mitarbeitern kontrolliert und dokumentiert haben, dann können sie diese von der täglichen Zugangskontrolle herausnehmen. Jedoch darf der Arbeitgeber aufgrund des Grundsatzes der Datenminimierung, auch nach Neuerung des Infektionsschutzgesetzes nicht einen Impfstatus aufzeichnen. Lediglich die Notiz, dass ein 3G Nachweis vorgelegt wurde, darf in die Dokumentation aufgenommen werden. Ausgenommen hiervon sind Kitas und Pflegeheime.

Arbeitgeber aufgepasst (!)

Bei einem Verstoß gegen das neue Infektionsschutzgesetz drohen Strafen in Form von Bußgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro. 

Wer zahlt die Schnelltests?

Arbeitgeber müssen keine täglichen Schnelltests oder PCR-Tests zur Verfügung stellen. Sie sind lediglich weiterhin verpflichtet, zwei Schnelltests wöchentlich pro Mitarbeiter bereitzustellen. Schnelltests am Arbeitsplatz sind nur rechtskräftig, wenn sie unter Aufsicht des Arbeitgebers durchgeführt werden. Mitgebrachte Schnelltests von Mitarbeiter sind also ungültig. 

Generell sind aber Arbeitnehmer selber dafür verantwortlich und dazu verpflichtet sich, um einen Testnachweis zu kümmern. Sie können dazu die zwei Schnelltests des Arbeitgebers nutzen oder sich bei Teststationen dem Bürgertest unterziehen, welche seit letzter Woche wieder kostenlos ist. 

Auch wenn es Arbeitgebern selber überlassen bleibt, ob sie Schnelltests anbieten oder nicht, ist es dennoch ratsam, sie für Mitarbeiter zugänglich zu machen. Somit können Arbeitgeber Streitfälle mit Ungeimpften vermindern und für das Wohlbefinden der Mitarbeiter sorgen. 

Arbeitnehmer müssen Homeoffice Angebot annehmen

Des Weiteren sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Büroangestellten das Homeoffice zu ermöglichen, solange keine betriebsbedingten Gründe dagegen sprechen. Arbeitnehmer haben momentan die Pflicht dieses Angebot auf die Heimarbeit anzunehmen. Im Homeoffice muss natürlich kein Schnelltest erfolgen.

Arbeitnehmer, welche die Arbeit aufgrund ihres Tätigkeitsfeldes nicht ins Homeoffice verlegen können, müssen die 3G Regelung am Arbeitsplatz erfüllen. Sollten sie diese nicht einhalten können, müssen Arbeitgeber Mitarbeiter ohne 3G Nachweis nachhause schicken.

Keine Lohnfortzahlung für Mitarbeiter, die keinen 3G Nachweis vorlegen

In diesem Fall haben Arbeitnehmer kein Recht auf Lohn- oder Gehaltsfortzahlungen, da das neue Infektionsschutzgesetz Schutzmaßnahmen wie einen erleichterten Zugang zu Impfungen sowie Testmöglichkeiten ermöglicht. Wer diese nicht wahrnimmt, verliert sein Recht auf Unterstützung, denn ‘’ohne Arbeit gibt es auch kein Lohn’’. 

Arbeitgeber haben auch künftig das Recht, strengere Maßnahmen einzuleiten, sollte ein Mitarbeiter nicht mit der 3G Regelung kollaborieren. Dabei dürfen Arbeitgeber Abmahnungen bis hin zu Kündigungen bei Mitarbeitern aussprechen, die keinen 3G Nachweis vorlegen können oder wollen und deshalb ihrer Arbeit nicht nachkommen können. Wann eine Kündigung tatsächlich rechtsgültig ist, bleibt vorerst einmal Fall bedingt. Dabei müssen Arbeitgeber im Kopf behalten, dass diese 3G Neuregelung am Arbeitsplatz erstmal bis zum 19. März 2022 befristet ist. 


Was genau bedeutet 3G am Arbeitsplatz?

Andere Länder wie Italien machen schon seit Monaten nutzen von der 3G Regelung am Arbeitsplatz und nun möchte auch Deutschland dessen Beispiel folgen. Unter der 3G Regelung am Arbeitsplatz versteht sich, dass nur Genesene, vollständig Geimpfte oder Getestete (Antigentest oder PCR-Test) Arbeitnehmer zurück in den Betrieb oder in die Unternehmens-Räumlichkeiten kehren dürfen. Somit soll die Ausbreitung des Virus eingedämmt und besser kontrolliert werden, indem mehr Druck auf Ungeimpfte ausgeübt wird. 

Zutrittsregelungen 

Weil man bei lauter G’s schon mal den Überblick verlieren kann, haben wir hier nochmals alle Unterschiede kurz für Sie zusammengefasst: 

3G – Dazu gehören alle Genesenen, vollständig Geimpften oder mit Antigentest (max. 24h alt) oder PCR-Test (max. 48h alt) negativ Getesteten.

2G – Bezieht sich ausschließlich auf Genesene und vollständig geimpfte. Mit Test kommt man hier leider nicht weiter. 

3G Plus – Bei dieser Variante haben nur Genesene, vollständig Geimpfte oder mit PCR-Test negativ Getestete Zutritt.

2G Plus – Hierbei haben nur Genesene und vollständig Geimpfte mit einem zusätzlichen Schnelltest (nicht älter als 24h) Zugang. 

1G – Diese Variante hört man eher selten. Es kann sich hierbei um jede der G’s handeln. Zum einen kann es bedeutet, dass jeder, obgleich genesen oder geimpft einen Test vorzeigen muss. Es kann aber auch andeuten, dass nur Geimpften der Eintritt erlaubt ist. Hierbei ist es ratsam sich nochmals genauer zu informieren und das kleingedruckte zu lesen. 

Wie soll 3G am Arbeitsplatz umgesetzt werden?

Bisher sieht der Gesetzesentwurf des Arbeitsministeriums noch keine konkreten Maßnahmen vor, was mit Arbeitnehmern geschieht, wenn sie sich nicht impfen oder testen lassen wollen. Jedoch gibt es Andeutungen und Ansätze für Bußgelder als Strafe für Arbeitnehmer, die nicht kollaborieren möchten. Dabei ist die Rede von Regeln und Lohnausfällen bei Arbeitnehmern, die aus eigen verschuldeten Gründen nicht arbeiten können. Neben Gehaltskürzungen werden auch Abmahnungen und Kündigungen bei nicht Einhaltung der Regelungen in Betracht gezogen.

Auf welche Maßnahmen müssen sich Arbeitgeber zukünftig gefasst machen?

Konkrete Beschlüsse wurden noch nicht entschieden, dennoch sieht der bisherige Gesetzesentwurf folgende Maßnahmen vor.

Bußgelder für Arbeitgeber bei Vernachlässigung der Kontrollpflicht

Das Vorbild Italien macht es vor. Sie übergeben die Verantwortung und Kontrollpflicht an die Arbeitgeber. Somit müssen Arbeitgeber überprüfen und nachweisen können, ob Ihre Mitarbeiter die Regeln einhalten, geimpft, genesen oder getestet sind, wenn im Büro gearbeitet wird. Für fahrlässiges Verhalten, egal ob von Arbeitgebern oder Arbeitnehmern, verteilt Italien saftige Strafe von bis zu 1.500 Euro pro Person. 

Das Arbeitsministerium plant ebenso Maßnahmen für Arbeitgeber, die ihrer Kontrollpflicht nicht nachkommen. Wie hoch die Bußgelder dafür ausfallen sollen, steht jedoch noch nicht fest.

Impfstatus offenlegen

Des Weiteren, werden Anstrengungen getätigt, um die Auskunft zum Impfstatus von Arbeitnehmern zu erleichtern. Bisher durften Arbeitgeber ihre Beschäftigten laut Arbeitsrecht nicht fragen, ob sie geimpft sind oder nicht. Um die Infektionen aber wieder in den Griff zu bekommen, diskutieren die Ampel-Fraktionen über eine offene Darlegung des Impfstatus als Teil des neuen Infektionsschutzgesetzes. Damit könnte es dazu kommen, dass Arbeitgeber zukünftig Ihre Mitarbeiter nach Ihrem Impfstatus befragen können. 

Schnelltests für alle Arbeitnehmer

Sollte die Offenlegung des Impfstatus aufgrund von Datenschutzrichtlinien nicht umgesetzt werden können, werden Schnelltests wohl als Alternative herhalten müssen. Schnelltests werden bisher auch in Schulen regelmäßig durchgeführt und sollen daher auch Beschäftigten zugemutet werden können, die betriebsbedingt nicht vom Homeoffice aus arbeiten können. 

Wer für diese Tests zahlen soll, ob die Testzeit von der Arbeitszeit abgezogen werden soll und viele weitere wichtige Fragen möchten die Ampel-Fraktionen bis Donnerstag im neuen Infektionsschutzgesetz bekannt geben. 

Rückkehr der Homeoffice-Pflicht

Auch über eine zusätzliche Homeoffice-Pflicht, neben der 3G-Regelung bei Präsenzarbeit, wird diskutiert. Ab dem 1. Juli 2021 wurde die Homeoffice-Pflicht nach Monaten abgeschafft, doch jetzt scheint sie wieder zurückzukehren. Gewerkschaften sind einer Option auf Homeoffice für Arbeitnehmer gegenüber grundsätzlich offen. Jedoch wünschen sie sich aber kein verpflichtendes Homeoffice mehr. 

Testpflicht in Pflegeeinrichtungen 

Da besonders viele Ansteckungsfälle bei Ü60 Patienten festgestellt wurden, sind die Experten der Meinung auch in Pflegeeinrichtungen sollte eine Testpflicht eingeführt werden. Somit müssten alle, die sich in einer Pflegeeinrichtung befinden, diese betreten oder in einer arbeiten einen negativen Corona-Test vorweisen können. 

Bus und Bahn nur noch mit 3G

Neben der weiter anhaltenden Maskenpflicht sprechen die Ampel-Fraktionen auch darüber eine 3G Regelung im öffentlichen Verkehr einzuführen. Somit soll vermieden werden, dass sich Arbeitnehmer auf dem Weg zur Arbeit anstecken. 

Welche Regelungen davon genau durchgesetzt werden und welche erstmal ausbleiben, soll am Donnerstag, dem 18. November, entschieden werden. Über weitere Beschlüsse und Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden. 

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Des Weiteren, können Sie mit unserem Urlaub- und Abwesenheitsmodul können im Nullkommanichts Abwesenheiten beantragen und genehmigen. Mitarbeiter können Homeoffice Tage sowie andere Abwesenheitsarten je nach Berechtigung ohne Planung eintragen oder beantragen. Außerdem können Arbeitgeber und Mitarbeiter Abwesenheiten von Kollegen mit einsehen und somit Überlappungen von Abwesenheiten vermeiden. 

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Verfasst von Luciana Müller (HeavenHR Marketing)

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*Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in dem vorliegenden Text die gewohnte männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung, als geschlechtsneutral zu verstehen sein.