Weihnachtsgeld und Urlaubsanspruch zur Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit bringt in den meisten Fällen nicht nur eine gelassene und festliche Stimmung mit sich, sondern wirft auch viele Fragen bei Arbeitnehmern und -gebern rund ums Weihnachtsgeld und Arbeitszeiten während der Feiertage auf. Schließlich müssen Weihnachtsgeschenke und Urlaubstage für ein herzallerliebstes Fest mit Familie und Freunden eingeplant werden. 

Deshalb haben wir noch einmal alle wissenswerte Fakten für Arbeitnehmer und -geber rund um die Weihnachtszeit im Unternehmen für Sie zusammengefasst.

Bekommt jeder Arbeitnehmer Weihnachtsgeld?

Sitzen Sie nun augenrollend vor Ihrem Laptop oder mobilen Endgerät, auf dem Sie diesen Blogartikel lesen, seien Sie beruhigt: Sie sind nicht allein, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber diesen Jahresabschluss Bonus nicht gewährt. Nicht nur die Höhe des Betrags und der Zeitpunkt der Auszahlung, sondern auch die Frage, ob überhaupt ein Weihnachtsgeld gezahlt wird, ist nicht für jeden Arbeitnehmer pauschal zu beantworten. Denn grundsätzlich besteht kein gesetzlicher Anspruch auf ein Weihnachtsgeld. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.

Wie viel Weihnachtsgeld Arbeitnehmern zu?

Die Höhe des Weihnachtsgeldes ist nirgends allgemeingültig festgelegt. Es ist eine Sonderzuwendung, Zuwendung oder Sonderzahlung, eine Gratifikation, die manche Arbeitgeber bereit sind, zu gewähren. Nur für Beamte bestehen verbindliche Regelungen in Gesetzen des Bundes und der Länder. Für alle anderen Arbeitnehmer gilt, dass in einem der folgenden Dokumente eine entsprechende Vereinbarung getroffen worden sein muss:

  • Tarifvertrag
  • Arbeitsvertrag
  • Betriebsvereinbarung

Das Weihnachtsgeld gilt als „sonstiger Bezug“ und ist somit vollumfänglich steuer- und sozialabgabenpflichtig. Als Einmalzahlung ist es allerdings nicht dem Monat der Auszahlung zuzurechnen, sondern dem gesamten Jahr. Wenn Ihr Weihnachtsgeld also letztlich auf dem Papier hoch ausfällt und am Ende enttäuschend wenig davon übrig bleibt, ist dies leider völlig normal – der Fiskus hat die Hand aufgehalten. Ein Freibetrag ist nicht vorgesehen.

In der Regel ist es von der Branche, vom konkreten Unternehmen und von der Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters abhängig, wie hoch die Zuwendung ausfällt. Meist berechnen Arbeitgeber die Höhe des Weihnachtsgeldes über einen gewissen Prozentsatz des regulären Monats- oder Jahresgehalts, seltener zahlen Sie es als Festbetrag aus. Ob das Weihnachtsgeld bei einem Eintritt ins Unternehmen im Laufe des Jahres vollumfänglich, anteilig oder gar nicht gezahlt wird, hängt ebenfalls ganz von individuellen vertraglichen oder tarifvertraglich ausgehandelten Regelungen ab.

Außerdem kann es Unterschiede bei der Höhe des Weihnachtsgeldes für verschiedene Personengruppen geben. Sachliche Gründe für eine unterschiedliche Höhe des Weihnachtsgeldes können wie folgt sein:

  • Dauer der Betriebszugehörigkeit (Höher mit steigender Betriebszugehörigkeit)
  • Höhe der Fehlzeiten (damit ist eine Kürzung bei Krankheit zulässig)
  • ungekündigtes Arbeitsverhältnis
  • Familienstand und Zahl der Kinder
  • andere Gründe sind möglich

Laut Statistischen Bundesamts erhalten in Deutschland Tarifbeschäftigte der folgenden Branchen die höchsten Weihnachtsprämien:

  • Kokerei und Mineralölverarbeitung
  • Herstellung von chemischen Erzeugnissen
  • Energieversorgung
  • Erbringung von Finanzdienstleistungen
  • Wasserversorgung
  • Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen

Kürzungen des Weihnachtsgeldes

Auch eine Reduktion des Weihnachtsgeldes kommt in manchen Situationen vor. Kürzungen des Weihnachtsgeldes für Arbeitnehmer kann es bei Elternzeit, längerer Krankheit oder bei vorzeitigem Ausscheiden (vor Ablauf des Kalenderjahres) aus dem Unternehmen geben. 

Einmal großzügig, auf ewig zur Zahlung verdammt?

Vorsicht sollten Sie als Arbeitgeber walten lassen, wenn Sie sich nicht rechtlich daran binden möchten, Ihren Arbeitnehmern regelmäßig Weihnachtsgeld auszahlen zu müssen: Legen Sie einen konkreten Betrag vertraglich fest, haben Arbeitnehmer auf Auszahlung dieses Betrags einen gesetzlichen Anspruch.

Doch auch, wenn der Arbeitnehmer in drei aufeinanderfolgenden Jahren Weihnachtsgeld zahlt, gilt dies als „betriebliche Übung“, woraus wiederum ein Anspruch der Arbeitnehmer auf Fortführung der Zusatzzahlung in den Folgejahren entsteht. Verhindern kann das ein Arbeitnehmer dadurch, dass er einen Freiwilligkeitsvorbehalt erklärt. Das heißt, er teilt mit der jeweiligen Auszahlung schriftlich mit, dass es sich um eine einmalige Leistung handelt und künftige Ansprüche ausgeschlossen sind.

Wann sind Weihnachtsgelder und Feiertagszuschlag zu zahlen? 

Wer vertraglich Anspruch auf die Weihnachtsgratifikation hat, darf sich fragen: „Wann gibt es Weihnachtsgeld?“ Auch in diesem Fall ist gesetzlich keine konkrete Vorschrift zu erwarten. Vielmehr greifen erneut vertragliche Vereinbarungen. In der Regel zahlen Arbeitgeber das Weihnachtsgeld allerdings mit der Gehaltszahlung für den November oder teils im November, teils im Dezember als Bonuszahlung aus.

Steuerbegünstigte Leistungen statt Weihnachtsgeld

Nach Sozial- und Steuerabzügen bleibt Arbeitnehmern vom Weihnachtsgeld meist nur noch die Hälfte übrig. Damit Arbeitnehmer mehr von dieser freiwilligen Sonderzahlung haben können Arbeitgeber auch steuerbegünstigte Leistungen anbieten. Leistungen die sich dafür eignen sind:

  • pauschal versteuerter Fahrtkostenzuschuss
  • Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung
  • steuerfreier Kindergartenzuschuss
  • Betriebliche Altersversorgung

Auch Gutscheine können als steuerfreie Leistung erbracht werden. Die Sachanwendungsfreigrenze liegt hier bei 44,- Euro.

Kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld zurückfordern?

Gängige Praxis ist, dass nicht nur die Zahlung des Weihnachtsgeldes in einem Dokument festgehalten ist, sondern gleichzeitig auch eine sogenannte Stichtagsklausel. Diese besagt, dass ein Arbeitgeber das bereits ausgezahlte Weihnachtsgeld zurückverlangen kann, wenn der Arbeitnehmer bis zu einem bestimmten Stichtag oder binnen einer Frist das Unternehmen verlassen sollte. Das ist rechtlich einwandfrei.

Allerdings ist dabei von Belang, um welche Art einer Sonderzahlung es sich beim gezahlten Weihnachtsgeld im Detail handelt. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 13.11.2013 (10 AZR 848/12) hat das Weihnachtgeld nämlich einen „Mischcharakter“ und kann aus verschiedenen Gründen gezahlt werden. Der Arbeitgeber sollte dementsprechend kenntlich machen, ob es sich um ein Weihnachtsgeld oder ein 13. Monatsgehalt handelt. Der Unterschied ist folgender:

  • Weihnachtsgeld: In Reinform belohnt es die Betriebstreue eines Mitarbeiters.
  • 13. Monatsgehalt: Dieses Gehalt soll die im Jahresverlauf erbrachte Arbeitsleistung entlohnen.

Meist handelt es sich beim Weihnachtsgeld allerdings um eine Mischform dieser beiden Aspekte. Das Gericht hat entschieden, dass der Arbeitnehmer in diesem Fall, sollte er bis zu einem bestimmten Stichtag aus dem Unternehmen ausscheiden, durchaus auch Anspruch auf eine anteilige Zahlung des Weihnachtsgeldes bis zu diesem Zeitpunkt haben kann. Ist ein Stichtag in den AGB des Arbeitgebers formuliert, deutet dies nämlich darauf hin, dass es sich in dem Fall eher um ein leistungsbezogenes Entgelt handelt und nicht um ein reines Geschenk für die Betriebstreue. Macht der Arbeitgeber allerdings vertraglich kenntlich, dass es sich um eine reine Treueprämie handelt, kann der Arbeitgeber prinzipiell auf die Rückzahlung des Weihnachtsgeldes im Falle einer Kündigung pochen.

Feiertage über Weihnachten und Urlaubsanspruch

Die Weihnachtszeit bietet sich bei den meisten Arbeitnehmern, vor allem bei denen mit Kindern ganz prima, um sich ein paar Tage vom Arbeitsalltag zu erholen und mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Doch an welchen Tagen muss gearbeitet werde und an welchen nicht?

Als gesetzlich festgelegte Feiertage gelten der erste und zweite Weihnachtstag (25. und 26. Dezember) sowie Neujahr (1. Januar). An diesen Tagen sind die meisten Arbeitnehmer freigestellt. Ausnahme gelten jedoch für besondere Arbeitsgruppen sowie: 

  • Not- und Rettungsdienste, medizinische Versorgung und Pflege, öffentliche Sicherheit
  • Gastronomie
  • Rundfunk und Tagespresse
  • Versorgungsbetriebe
  • Landwirtschaft
  • Öffentlicher Verkehr
  • Unterhaltung wie Musik-, Theater- oder Filmaufführungen

Für gewöhnlich haben auch Handwerk-Notdienste und ähnliches auch zu diesen Feiertagen geöffnet. Heiligabend und Silvester sowie Brückentage gelten dagegen als normale Arbeitstage. Wer an diesen Tagen oder in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr freihaben möchte, muss sich also Urlaub nehmen. 

Grundsätzlich besteht für Arbeitnehmer kein Urlaubsanspruch an Heiligabend und Silvester. Arbeitgeber können also verlangen, dass Mitarbeiter wie gewohnt zur Arbeit erscheinen. Jedoch machen die meisten Betriebe diese Tage als halben Arbeitstag geltend. Somit wird Arbeitnehmer bei Urlaubseinreichung nur ein halber Arbeitstag abgezogen. Regelungen dieser Art werden für gewöhnlich in den Arbeits- oder Tarifverträgen geregelt. Die Arbeitstage zwischen den Festtagen gelten jedoch als ganze Arbeitstage. Das Urlaubsgesetz sieht hier keine halben Arbeitstage vor. Der jeweilige Betrieb kann daher selber entscheiden, ob er diese Arbeitstage bei der Urlaubsberechnung ganz oder nur halb berechnet.

Arbeitgeber darf bestimmen, wer Urlaub erhält

Da Urlaubsanfragen zwischen den Feiertagen in der Regel sehr beliebt sind, muss der Arbeitgeber entscheiden, welche Mitarbeiter diese bewilligt bekommen. Dabei hat der Arbeitgeber ein sogenanntes Direktionsrecht, was ihm erlaubt, Entscheidungen ‘’nach billigem Ermessen’’ zu treffen. Somit haben beispielsweise alleinerziehende Eltern oder Mitarbeiter, die pflegebedürftige Familienangehörigen haben, ein Vorrecht auf Urlaub. Das Beste in dieser Situation ist, wenn sich Kollegen miteinander absprechen und Urlaubstage gerecht untereinander verteilen. 

Betriebsferien können nur in bestimmten Fällen vom Arbeitgeber angesetzt werden. Dabei gilt zu beachten, dass der größte Teil des Urlaubs für Mitarbeiter frei planbar bleibt, diese Betriebsferien frühzeitig angekündigt werden und nur bei triftigen betrieblichen Gründen angesetzt werden. Betriebsferien werden Arbeitnehmern nämlich ganz normal vom Urlaubsbudget abgezogen. 

Auch im Arbeitsvertrag kann der Arbeitgeber sich den Anspruch auf Betriebsferien vorbehalten. Dabei muss nicht das ganze Unternehmen zwingender Weise Betriebsferien nehmen, sondern es kann sich auf die beanspruchte Abteilung beschränken. Der Betriebsrat kann sich bei Nichteinhaltung der Regeln auch gegen den Zwangsurlaub aussprechen. 

7. Wie HeavenHR Sie bei der Urlaubsberechnung unterstützen kann

Unser integriertes Urlaubs- und Abwesenheitstool optimiert und verschlankt den administrativen Prozess der Abwesenheitsbeantragung und Genehmigung mithilfe digitaler Anträge. Zusätzlich schafft HeavenHR vor allem Planungssicherheit (beispielsweise im Weihnachtsgeschäft) geschaffen.

Digitale Abwesenheitsanträge

Jeder Mitarbeiter kann in seinem HeavenHR-Account Abwesenheitsanträge stellen, die der Vorgesetzten direkt genehmigen oder abgelehnen kann. Der Mitarbeiter kann auch notwendige Dokumente wie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen anhängen und diese für bestimmte Abwesenheitsanträge vom Vorgesetzten oder der Personalverwaltung als „zwingend erforderlich“ definieren. Zudem kann der Arbeitgeber frei bestimmen, wie viele Personen dem Abwesenheitsantrag eines Angestellten zustimmen müssen, bevor dieser als genehmigt gilt.

Individuelle Abwesenheitsarten konfigurieren

Sie können individuelle Abwesenheitsarten mit wenigen Klicks erstellen und dabei beispielsweise festlegen ob die jeweilige Abwesenheitsart budget-/ Lohn-relevant ist, halbe Tage möglich sind, eine Freigabe notwendig oder ein Dokumentennachweis erforderlich ist. So können Sie mit HeavenHR alle Abwesenheitsarten, die in Ihrem Unternehmen bisher eingesetzt werden komplett digital abwickeln.

Nachweis von Dokumenten

Oftmals benötigt der Arbeitgeber ein Dokument für bestimmte Abwesenheiten eines Mitarbeiters. Mit HeavenHR sehen sie auf einen Blick, bei welchem Abwesenheitsantrag noch Nachweise fehlen. Zudem werden Mitarbeiter sowie die Personalverwaltung regelmäßig durch automatische Nachrichten aus dem System über noch fehlende Zertifikate informiert und durch den digitalen Dokumenten-Upload geht keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mehr verloren.

Anmerkung: Die auf unserer Seite veröffentlichten Informationen werden mit größter Sorgfalt verfasst und überprüft. Dennoch sind Gesetze und Regelungen einem stetigen Wandel unterworfen. Wir garantieren nicht für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen. Unser Web-Angebot dient lediglich dem unverbindlichen Informationszweck und stellt keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne dar.

*Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in dem vorliegenden Text die gewohnte männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung, als geschlechtsneutral zu verstehen sein.