Mitarbeitervorteile / Corporate Benefits

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Mitarbeitervorteile / Corporate Benefits

Um als attraktiver Arbeitgeber Talente anzuziehen und diese auch langfristig zu binden, betreiben Unternehmen häufig aktives Employer Branding. Corporate Benefits sind ein Teil vieler Employer Branding Strategien und bezeichnen Zusatzleistungen, die Mitarbeiter neben dem Gehalt vom Unternehmen erhalten. Mitarbeitervorteile können sehr vielfältig sein und reichen von einem Obstkorb über flexible Arbeitszeiten und Homeoffice hin zur Kinderbetreuung bis zur betrieblichen Altersvorsorge.

Der Einsatz passender Firmenvorteile kann für eine höhere Mitarbeiterbindung sorgen, die Motivation und Zufriedenheit von Mitarbeitern steigern, die Fluktuation senken und auch Krankheitstage reduzieren. Außerdem erhöhen Benefits die Attraktivität des Arbeitgebers. Werden die verschiedenen Bedürfnisse der Mitarbeiter besonders gut getroffen, können Firmenvorteile im Vergleich mit der Konkurrenz ausschlaggebend sein, selbst wenn das Gehalt nicht höher ist.

Bei Gehaltsverhandlungen ist mehr Bruttolohn nicht immer das Beste für Mitarbeiter und Unternehmen. Denn bei einer Gehaltserhöhung fallen sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben an. Es gibt Alternativen zur Gehaltserhöhung, die sich für beide Seiten rechnen, denn viele Benefits werden steuerlich gefördert. Verschiedene Benefits können miteinander kombiniert werden und so kann individuell ein Optimum erreicht werden. Bietet ein Unternehmen steuerlich geförderte Benefits an, entsteht eine Win-Win- Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Mitarbeiter erhalten einen Mehrwert (mehr Netto vom Brutto, Wertschätzung und Motivation) und auch der Arbeitgeber hat wirtschaftliche Vorteile durch weniger Lohnnebenkosten, eine höhere Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit.

Für eine dauerhafte Mitarbeiterzufriedenheit empfiehlt es sich, nachhaltige Konzepte zu entwickeln, die individuell an das Unternehmen und die Mitarbeiter angepasst sind. Die Angebote des Unternehmens sollten die Unternehmenskultur widerspiegeln und den tatsächlichen Bedürfnissen der Mitarbeitenden entsprechen. Welche Corporate Benefits am gut geeignet sind, hängt ganz vom Arbeitnehmer ab und ist sehr individuell, denn je nach Tätigkeit und Branche können unterschiedliche Firmenvorteile von Bedarf sein. 

Beispiele für beliebte Benefits:

  • Flexible Arbeitszeiten und Home-Office

Besonders beliebt sind bei Arbeitnehmern flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten. Immer mehr Unternehmen ermöglichen Gleitzeit oder geben eine Kernarbeitszeit vor, innerhalb derer die Arbeitnehmer selbstständig entscheiden können, wann sie Ihren Arbeitstag beginnen und beenden. Für die Arbeit im Home-Office kann ein Arbeitgeber einen Heimarbeiterzuschlag für Mehraufwendungen (wie Strom  und Internetkosten) des Mitarbeiters mit bis zu 10% des Grundlohns steuer- und beitragsfrei bezuschussen.

  • Sachbezug

Sachbezüge sind Geschenke ohne besonderen Anlass. Pro Monat und Mitarbeiter sind Sachbezüge innerhalb der 44- Euro-Freigrenze (528 Euro jährlich) für das Unternehmen und den Mitarbeiter abgabenfrei, wenn sie zusätzlich zum Lohn gewährt werden. Waren und Dienstleistungen dürfen nicht in Geldwert ausgezahlt werden, sondern können anhand von Gutscheinen oder bei Vorlage von Kaufbelegen ausbezahlt werden (z. B. als Tankgutscheine oder Gutscheine, die nur für Waren eingesetzt werden können).

Seit Januar 2020 wird die Anwendung der steuerfreien Sachbezugsgrenze von 44 Euro durch den Gesetzgeber eingeschränkt. 

Die Neuregelung beinhaltet, dass zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogaten wie  Kredit- und Guthabenkarten und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten, grundsätzlich keine Sachbezüge, sondern Geldleistungen sind. Geldgeschenke sind im Gegensatz zu Sachbezügen wie normaler Lohn zu versteuern.

Gutscheine und Geldkarten bleiben nur begünstigt, wenn Mitarbeiter damit ausschließlich Waren oder Dienstleistungen beziehen können, ihre Einlösung national auf eine bestimmte Produktkategorie oder durch ein vertraglich angeschlossenes Akzeptanzpartnernetz beschränkt ist.   Beispiele hierfür sind aufladbare Geschenkkarten für bestimmte Geschäfte und Akzeptanzstellen, Gutscheine für Einkaufszentren und City-Cards, die in bestimmten Läden eingelöst werden können.

Bei Sachzuwendungen in Form von Belegschaftsrabatten aus dem Sortiment des Arbeitgebers gilt anstelle der monatlichen Freigrenze ein jährlicher Rabattfreibetrag von 1.080 Euro.

  • Essenszuschuss

Damit Mitarbeiter nicht im “Mittagstief” versinken, kann ein vollwertiges und gesundes Essen die Konzentration und  Produktivität fördern. Vor allem in kleineren Unternehmen gibt es allerdings häufig keine Kantine. Essenszuschüsse sind hier eine beliebte und wirksame Methode um den Arbeitnehmer zu unterstützen-. Ein Arbeitgeber kann hierbei einen Essenszuschuss von maximal 97,50€ monatlich steuerfrei anhand von Essensgutscheinen wie Wert- oder Restaurantschecks oder digitalen Essensmarken zum essen gehen und einkaufen geben. Voraussetzung ist, dass mit den Gutscheinen tatsächlich nur Lebensmittel eingekauft werden können. 

  • Aufmerksamkeiten und anlassbezogene Zuwendungen 

Lebensmittel und Genussmittel wie Kaffee und Obst, die ein Arbeitgeber seiner Belegschaft am Arbeitsplatz zur Verfügung stellt, zählen nicht zu lohnsteuerpflichtigen Aufmerksamkeiten und auch die 44€- Freigrenze tritt nicht ein. Arbeitgeber können bis zu dreimal im Jahr jedem Mitarbeiter zusätzlich zur monatlichen 44€- Freigrenze steuer- und beitragsfrei persönliche anlassbezogene Zuwendungen im Maximalwert von 60€ zukommen lassen. Typische persönliche Anlässe hierfür sind Jubiläum, Weihnachten, Hochzeit oder die Geburt eines Kindes. Feiertage wie Weihnachten oder Ostern gehören nicht zu den persönlichen Anlässen und für diese sind Aufmerksamkeiten im Rahmen des 60 Euro Sachbezugs nicht steuerbegünstigt. Anreize wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Prämien müssen deswegen versteuert werden.

  • Betriebsveranstaltungen (R 19.5 LStR)

Ob Sommerfest, ein Betriebsausflug oder eine Weihnachtsfeier – Betriebsveranstaltung sind eine tolle Gelegenheit, den Teamgeist zu stärken und die gemeinsame Leistung mit den Mitarbeitern zu feiern. Positiver Nebeneffekt:  Zwei Veranstaltungen können pro Jahr pro Arbeitnehmer und Betriebsveranstaltung auf 110€ inklusive Mehrwertsteuer steuerbefreit finanziert werden, wenn die Teilnahme allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht. Bei Überschreitung ist der volle Betrag zu versteuern (pauschal mit 25% und ohne Sozialabgaben).

  • Betriebliche Kinderbetreuung / Kinderbetreuungskosten
    Familie und Beruf sind oftmals schwer miteinander vereinbar und Kitaplätze sind besonders in Großstädten rar und teuer. Für Mitarbeitende mit jüngeren Kindern gehört eine betriebliche Kinderbetreuung oder ein Zuschuss für die Kinderbetreuungskosten häufig zu den wichtigsten Wünschen an ihren Arbeitgeber. Arbeitgeber können hier steuer- und beitragsfrei einen Zuschuss oder die Vollerstattung der Kosten für Unterbringung und Betreuung der Kinder übernehmen. Das ist für beide Seiten von Vorteil, denn Eltern werden ihre Arbeitszeit wahrscheinlich produktiver nutzen, wenn sie wissen, dass ihr Nachwuchs in guten Händen ist.
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
    Sehr beliebt bei  Mitarbeiter-Benefits sind auch individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten. Weiterbildungen, Workshops und Veranstaltungsbesuche innerhalb der eigenen Branche können die Kenntnisse, Innovationskraft, Produktivität  und Zufriedenheit von Arbeitgeber und -nehmer vergrößern. Arbeitgeber können steuer- und abgabefrei in Weiterbildungen für Mitarbeiter investieren, wenn diese Weiterbildung für den Job anwendbar ist. Dabei kann es sich zum Beispiel um unmittelbar berufsbezogene Angebote, Coachings, die Förderung eines berufsbegleitenden Studiums oder Sprach-Angebote handeln. 
  • Betriebliche Gesundheitsförderung 

Unternehmen können nach §3 Nr. 34 EStG pro Jahr und Mitarbeiter 600 Euro lohnsteuerfrei in Programme zur Gesundheitsvorsorge investieren. Die förderungswürdigen Maßnahmen sollen den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen und müssen zertifiziert sein. Auch dieser Firmenvorteil hat positive Auswirkungen für Arbeitgeber und- nehmer: Das Unternehmen investiert in die Gesundheit der Mitarbeiter, kann Krankheitszeiten und Ausfälle reduzieren, während der Arbeitnehmer von finanzierten Mitgliedschaften in Sportvereinen oder Fitnessstudios oder auch von präventive Gesundheitschecks profitiert. 

  • Erholungsbeihilfen 

Mit der Erholungsbeihilfe können Arbeitgeber Arbeitnehmern für Erholungszwecke Zuschüsse in Höhe von 156 € je Arbeitnehmer, 104 € für Ehepartner*in und 52€ für jedes Kind geben. Diese Beihilfe ist grundsätzlich steuerpflichtiger Arbeitslohn. Übernimmt der Arbeitgeber die Pauschalsteuer (25%) bedeutet die Erholungsbeihilfe eine sozialabgabenfreie, finanzielle Unterstützung für den Arbeitnehmer.Für einen solchen Zuschuss ist eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit 25 % möglich (§ 40 Abs. 2 Nr. 3 EStG) und die Leistungen sind sozialabgabenfrei (vgl. § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV). 

Ist der Aufenthalt zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit notwendig, kann pro Kalenderjahr sogar eine Erholungsbeihilfe bis 600€ völlig steuer- und sozialversicherungsfrei erfolgen (Bsp. Kuraufenthalt)

  • Firmenwagen/ Firmenfahrrad / Verkehrsmittelzuschuss

Ein Dienstwagen oder -fahrrad, Jobtickets und Bahnvorteilskarten können die Mobilität der Mitarbeiter erhöhen und ihre privaten Ausgaben minimieren. 

Erhält ein Arbeitnehmer einen Dienstwagen und darf diesen auch privat nutzen, ist die Dienstwagenüberlassung nicht gänzlich steuerbefreit. Der geldwerte Vorteil ist zu versteuern und zudem müssen Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden (pauschal mit monatlich 1 Prozent des Bruttolistenpreises  oder mithilfe eines Fahrtenbuchs). Besonders begünstigt werden neu angeschaffte Elektroautos.

Dienstfahrräder und E-Bikes bis 25 km/h sind anders als der Dienstwagen, privat nutzbar und steuer- und sozialversicherungsfrei, soweit der Arbeitnehmer das Dienstrad als Zusatzleistung neben seinem Gehalt erhält. 

Auch ein Jobticket für den öffentlichen Nahverkehr kann kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Hierfür können Fahrausweise bezuschusst oder kostenlos vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.

  • Betriebliche Altersvorsorge

Immer mehr Arbeitnehmer beschäftigen sich mit der Vorsorge im Alter, da ihnen die gesetzliche Rente nicht ausreicht und nur der Grundsicherung dient.  Umso wichtiger wird das Thema der privaten Vorsorge. Mit diesem Mitarbeitervorteil kann sich ein Arbeitgeber als wertschätzend positionieren, indem er sich um die Belange seiner Mitarbeiter kümmert. Ein Arbeitgeber ist gesetzlich sogar dazu verpflichtet, die betriebliche Altersvorsorge (bAV) als Möglichkeit der Entgeltumwandlung anzubieten. Entscheidet sich ein Mitarbeiter dazu, die betriebliche Altersvorsorge in Anspruch zu nehmen, werden die Beiträge direkt vom Bruttolohn abgezogen, was Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hat. Der  Arbeitgeber hat geringere Sozialversicherungsbeiträge und der Arbeitnehmer muss weniger Steuern zahlen. 

Auch HeavenHR bietet die betriebliche Altersvorsorge an und kann Arbeitgeber, die die HeavenHR Software nutzen, bei der Umsetzung unterstützen. 

Schlusswort: Die Gestaltung der Benefits kann sehr vielfältig sein und sind auch bei einem sehr kleinem Budget umsetzbar. Mitarbeiter- Vorteile können neben dem Gehalt die Attraktivität eines Arbeitgebers und zudem die Zufriedenheit von Arbeitnehmern steigern. Wichtig ist vor allem die richtige Wahl der Sonderleistungen passend zur Unternehmenskultur und den Bedürfnissen der Mitarbeiter. Es empfiehlt sich eine regelmässige Überprüfung deren Nutzen, Wirkung und Akzeptanz um gegebenenfalls eine Anpassung vorzunehmen.

——————-> geschrieben von Leonie Bölke (Marketing HeavenHR)

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