Ghosting im Job: Was tun bei Funkstille nach der Bewerbung?

Ghosting im Job passiert recht häufig. Der Begriff „Ghosting“ wird oftmals beim Online-Dating verwendet. Das englische Wort bedeutet übersetzt soviel wie „Vergeisterung“ und beschreibt den überraschenden Kontakt- und Kommunikationsabbruch ohne Vorwarnung. Jegliche Kontaktversuche bringen nichts und totale Funkstille ist das Resultat. 

Das Ghosting findet aber nicht nur Gebrauch im Online-Dating, sondern taucht auch immer wieder bei der Jobsuche und Bewerbung sowie am eigenen Arbeitsplatz auf. Dabei gibt es drei verschiedene Arten des „Ghostings“ während des Bewerbungsprozesses, auch „Job-Ghosting“ genannt. 

Was diese Begriffe genau bedeuten, wodurch sie verursacht werden und wie Recruiter:innen vorbeugen können, geghosted zu werden, lesen Sie in diesem Blogartikel. 

Das Candidate Ghosting 

Es kommt immer wieder mal vor, dass Kandidat:innen nach einem Bewerbungsgespräch ohne eine Vorwarnung untertauchen und einfach unerreichbar für Recruiter:innen sind. Sogar, wenn das Unternehmen ihnen einen Arbeitsvertrag anbieten möchte, kommt weder eine Zusage noch Absage.

Dieser plötzliche Kontaktabbruch wird als sogenanntes „Candidate Ghosting“ oder „Applicant Ghosting“ bezeichnet und ist wahrscheinlich einer der größten Schrecken für einen HR-Verantwortlichen.

Das Recruiter Ghosting

Das „Recruiter Ghosting“ beschreibt die Situation, wenn Bewerber:innen einer Stellenanzeige keine Antwort mehr von dem Unternehmen oder der Personalabteilung erhalten. Es werden keine Empfangsbestätigung, Einladung zum Bewerbungsgespräch noch Absage mitgeteilt. 

Auch ein Kontaktabbruch nach einem Bewerbungsgespräch zählt als Recruiter Ghosting. Dabei wird ein:e Bewerber:in zwar zum Vorstellungsgespräch eingeladen und angehört, erhält aber im Nachgang keine weiteren Informationen. 

Das Employee Ghosting

Unter anderem gibt es auch das Ghosting am Arbeitsplatz. Von einem Tag auf den anderen meldet sich ein:e Mitarbeiter:in einfach nicht mehr und ist wie vom Erdboden verschluckt. Nicht mehr aufzufinden und unerreichbar. Diese Art von Kontaktabbruch wird als „Employee Ghosting“ bezeichnet und ist wahrscheinlich mit einer der schlimmsten Abgänge, die ein:e Mitarbeiter:in hinlegen kann. 

Manche Bewerber:innen oderHR-Verantwortlichen bekommen einfach keine Antwort mehr. (Bild: Andrea Piacquadio / Pexels)

Ghosting im Job: Warum gibt es Ghosting überhaupt?

Ghosting ist in all den oben genannten Fällen ein unangebrachtes und auch ziemlich freches Verhalten, egal von wem das Ghosting ausgeht. Es ist nicht nur respektlos, sondern verschwendet auch die Zeit aller beteiligten Parteien. Ghosting vermittelt Bewerber:innen ein Gefühl von Selbstzweifel und Geringschätzung. Recruiter:innen und Arbeitgeber:innen dagegen verschwenden unnötige Zeit und müssen doppelte Arbeit leisten. er hohen Nachfrage.

Auch ein unprofessionelles Verhalten von dem Unternehmen kann schlicht und ergreifend der einfache Grund für das Ghosting sein. Jedoch kann dieses Verhalten nicht nur die davon betroffenen Personen verschrecken, sondern auch die Employer Experience verschlechtern. Wie Sie gutes Employer Branding betreiben, erzählen wir Ihnen an anderer Stelle auf unserem Blog.

Wenn Bewerber:innen potenzielle Arbeitgeber:innen ghosten, liegt das meist an dem Unternehmen. Entweder hat das Vorstellungsgespräch nicht überzeugt oder der bzw. die Bewerber:in hat es sich nach Versand der Bewerbung doch noch mal anders überlegt.

Das Gefühl, der Job und das Umfeld wären unpassend, kann mit eines der Gründe sein. Auch Angst vor einem Vorstellungsgespräch sowie die Annahme eines anderen Jobangebots können dazu führen, dass sich ein:e Bewerber:in einfach nicht mehr meldet und unerreichbar wird. 

6 Tipps, um Ghosting durch Bewerber:innen vorbeugen

Tipp 1: Immer antworten

Auch wenn es manchmal einfacher erscheint, abzutauchen und einen unpassenden Kandidaten nicht mehr zu kontaktieren, ist es dennoch schlecht für das Image des Unternehmens. Schlechte Erfahrungen mit Arbeitgeber:innen sprechen sich schnell rum, besonders durch Unternehmensbewertungsplattformen.

Daher sollten diese möglichst vermieden werden, um die Arbeitgeber:innenmarke nicht zu schädigen. Keine Antwort ist nämlich auch eine Antwort. Stattdessen sollten Sie andere so behandeln, wie Sie gerne behandelt werden würden. Arbeitgeber:innen sollten daher immer versuchen, zu antworten. 

Tipp 2: Bewerbungsprozesse optimieren

Unzählige Bewerbungen zu managen, kann eine:n Personaler:in schon mal überfordern. Vor allem, wenn Sie abwarten, bis viele Bewerbungen eingegangen sind. Behalten Sie den Überblick auf welchen Jobbörsen Ihre Stellenanzeigen gepostet wurden. Checken Sie regelmäßig die verschiedenen Job-Portale oder nutzen Sie Softwares fürs Bewerber:innenmanagement. 

Mit dem Recruiting von HeavenHR können Sie Ihre Stellenanzeigen auf mehreren Jobbörsen gleichzeitig veröffentlichen und eingegangene Bewerbungen direkt über die Plattform einsehen.

Bis es zum unterschriebenen Arbeitsvertrag kommt, kann es dauern.
Bis es zum unterschriebenen Arbeitsvertrag kommt, kann es dauern. (Bild: Karolina Grabowska / Pexels)

Außerdem sollten Sie versuchen eingegangen Bewerbungen direkt zu analysieren und geeignete Kandidat:innen zu einem zeitnahen Vorstellungsgespräch einzuladen. Wenn Sie eine geeignete Person finden, trauen Sie sich und stellen Sie sie ein, ohne auf weitere Bewerbungen zu hoffen und zu warten.

Tipp 3: Automatisierte E-Mails

Auch wenn automatisierte Nachrichten erst einmal unpersönlich wirken, sind sie dennoch besser, als gar nicht zu antworten. Informieren Sie Ihre Bewerber:innen über den Bewerbungsverlauf und kommunizieren Sie voraussichtliche Fristen und Zeiten.

Somit werden Bewerber:innen nicht im Ungewissen gelassen und können sich auf eine gegebenenfalls längere Wartezeit einstellen.

Mit dem Recruiting von HeavenHR können Sie Ihre E-Mail-Vorlagen ganz einfach abspeichern und automatisieren. Dabei können Sie einstellen, wann Bewerber:innen eine Bestätigungsmail erhalten sollen.

Tipp 4: Nicht nur E-Mails und Anrufe nutzen

Besonders die neue Generation der Millennials und Gen-Z checken ihre E-Mails nicht besonders oft und gehen bei Anrufen häufig nicht ran. Wenn Sie erfolgreich mit Ihnen kommunizieren möchten, dann schicken Sie eine WhatsApp-Nachricht oder zumindest eine SMS.

Ein Smartphone, das Whatsapp zeigt
Besonders junge Bewerber:innen schauen schneller in Whatsapp, als dass sie auf Anrufe reagieren. (Bild: Torsten Dettlaff / Pexels)

Diese Nachrichtenart wird von jungen Kandidat:innen oftmals schneller gelesen und der/die Bewerber:in weiß direkt, um was es geht. Hierfür ist es ratsam, sich ein WhatsApp-Business-Konto für das Firmenhandy anzulegen. Darüber können Sie Ihre Unternehmenskontakte nicht nur kennzeichnen und sortieren, sondern auch vorgefertigte Schnellantworten abspeichern und nutzen. 

Tipp 5: Bleiben Sie in Erinnerung

Informationen nur via automatisierter Benachrichtigungen zu kommunizieren, ist bis zu einem gewissen Punkt förderlich. Es sollte aber nicht nur bei dieser unpersönlichen Nachricht bleiben.

Wenn Sie es schaffen, einem bzw. einer Kandidat:in im Gedächtnis zu bleiben, verringern Sie damit auch die Chancen, geghosted zu werden.

Gestalten Sie auf die Kandidat:innen maßgeschneiderte E-Mails oder Nachrichten, um eine persönliche Note einzubringen. So fühlen sich die Bewerber:innen wahrgenommen und wertgeschätzt und tendieren eher dazu auch zu antworten.

Tipp 6: Machen Sie Ihr Unternehmen schmackhaft für Bewerber:innen

Machen Sie den Bewerber:innen ein Angebot, das Sie nicht abschlagen können. Sie suchen eine Person, die qualifiziert ist und gute Leistung erbringen soll? Dann zeigen Sie auch, was Ihnen Ihre Mitarbeiter:innen Wert sind.

Es muss sich nicht nur auf den Lohn beschränken. Auch andere Mitarbeiter:innenvorteile wie flexible Arbeitsstunden oder ein Bahn- und Bus-Ticket für den Nahverkehr können den Unterschied machen. Heben Sie sich von der Konkurrenz ab. Bei optimalen Arbeitskonditionen werden Bewerber:innen lange zögern, Sie zu ghosten.

Spezialisiert auf New Work und die Digitalisierung der HR-Welt schreibe ich gern News und Tipps für alle Personaler:innen.

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